Facebook entdeckt den Wert der Freundschaft

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Das Soziale Netzwerk Facebook will die Darstellung von Beiträgen grundlegend ändern. Die Änderung gehe auf Wünsche von Nutzer zurück.

DüsseldorfDie Zeiten, in denen es bei Facebook um Freunde, Familie und Anstupser ging, sind gefühlt ewig her: Heute dominieren im Newsfeed Nachrichten, aufgeblasene Markenbotschaften und virale Videos.

Mit diesem Update werde man zukünftig die Beiträge priorisieren, was dazu führen soll, dass es mehr Unterhaltungen und bedeutungsvolle Interaktionen auf Facebook geben werde.

► Facebook-Nutzer hatten zunehmend bemängelt, dass Beiträge von Unternehmen und Medien zu stark in den Vordergrund gerückt waren. "Dafür werden wir vorhersagen, über welche Postings Sie sich mit Ihren Freunden austauschen wollen könnten, und diese Postings im Feed höher oben anzeigen", teilte Facebooks News-Feed-Chef Adam Mosseri mit.

Für viele Unternehmen und Medien dürften die Änderungen einen radikalen Schnitt bedeuten. Facebook hatte in den vergangenen Jahren im Gegenteil versucht, verstärkt zur Plattform für Medieninhalte zu werden.

Die Werbeanzeigen seien von den Modifizierungen nicht betroffen, sagte Facebook-Vizepräsident John Hegeman. Viele Medien und Marken setzen darauf, Menschen über Facebook zu erreichen - schließlich hat das Online-Netzwerk weltweit mehr als zwei Milliarden Mitglieder.

Damit wäre es denkbar, dass der Schritt den Wettbewerb um vorhandene Werbeslots anheizt.

"Ich ändere das Ziel für unsere Produkt-Teams: Statt sich darauf zu konzentrieren, Sie (die Nutzer - die Red.) beim Finden relevanter Inhalte zu unterstützen, sollen sie Ihnen helfen, bedeutsamere soziale Beziehungen zu haben", erklärte Zuckerberg. Aber es passiere auch zu oft, dass die Nutzer dann doch nur passiv Filme anschauten, News läsen oder auf die nächste Aktualisierung warteten.

Er rechne damit, dass mit den Änderungen Menschen weniger Zeit bei Facebook verbringen würden, räumte Zuckerberg ein.

Ein Grund für die Änderungen sei auch, dass laut Studien Kontakte über soziale Medien mit Menschen, die einem wichtig sind, gut für das Wohlbefinden sein könnten. Auf lange Sicht sei dies gut für das Geschäft, meinte Zuckerberg.

Ziel soll sein, das Wohlbefinden der Facebook-User zu stärken, sie sollen sich weniger einsam fühlen. "Wir müssen das System neu fokussieren", sagte der Facebook-Chef der "New York Times". "Es stimmt zwar, dass die Leute mehr Freunde haben, die mit ihnen einer Meinung sind".

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