Sobald die Regierung steht Erdogan will Merkel treffen

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Auch zum Fall Yücel gibt es Neuigkeiten.

Der ohne Anklage inhaftierte Journalist Deniz Yücel hat laut dem türkischen Aussenminister Çavuşoğlu "nichts mit den türkisch-deutschen Beziehungen zu tun".

► Laut des türkischen Außenministeriums will Erdogan die Kanzlerin direkt nach der Regierungsbildung in die Türkei einladen oder womöglich sogar selbst nach Deutschland reisen.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat den USA erneut vorgeworfen, die Auslieferung des islamischen Predigers Fethullah Gülen zu verweigern. Zugleich wies er Kritik an Nazi-Vergleichen aus Ankara an die Adresse Deutschlands vehement zurück. "Wenn Du uns den nicht gibst, dann kannst Du von nun an - solltest du irgendeinen Terroristen von uns verlangen - diesen auch nicht bekommen", sagte Erdogan.

Cavusoglu erklärte dazu: "Ich versichere Ihnen, Deniz Yücel ist kein politisch motivierter Fall". "Sie haben Erdogan einen Diktator genannt, Sie haben Erdogan schwer beleidigt", sagte Cavusoglu in dem Gespräch, das fast durchweg entspannt und in freundlicher Atmosphäre verlief. "Wenn Sie Erdogan und uns Diktator nennen, sollten Sie auch ähnliche Kritik von Erdogan erwarten". Nichts. Es vergiftet unsere Beziehungen.

Für die deutsche Bundeskanzlerin fand der Außenminister hingegen anerkennende Worte. "Ich respektiere Frau Merkel sehr", sagte Çavuşoğlu. "In den vergangenen fünf, sechs Jahren ist sie die einzige echte Anführerin in Europa gewesen". Das sagte der türkische Aussenminister Mevlüt Çavuşoğlu bei einem Treffen mit deutschen Journalisten in Antalya.

Zu Forderungen nach einer Aufhebung des Ausnahmezustands in der Türkei, der kommende Woche zum sechsten Mal um drei Monate verlängert werden soll, sagte Cavusoglu: "Ich hoffe, dass wir ihn zum letzten Mal verlängern". Erst Ende Dezember hoben beide Länder rund drei Monate andauernde wechselseitige Visasperren wieder auf.

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