Zweites Konkursverfahren im Fall Niki in Österreich

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FairPlane hatte zu Jahresbeginn den Insolvenzantrag für Niki in Korneuburg eingereicht.

Nun ist es fix: Die Air Berlin-Tochter Niki hat nun offizielle Insolvenz angemeldet.

Der Insolvenzantrag von Niki auch in Korneuburg/Niederösterreich war für heute erwartet worden. Fairplane will die Rechte der Fluggäste vertreten, die noch im Vorjahr Flugtickets gebucht hatten und nun die bezahlten Tickets zurückerstattet haben wollen.

Das Hauptverfahren für die Fluglinie Niki wird am Landesgericht Korneuburg in Niederösterreich eröffnet.

Ein Sprecher des Landgerichts Korneuburg bestätigte den Eingang des Insolvenzantrages und betonte: "Sollte das Gericht den Antrag annehmen, wird das Hauptverfahren in Deutschland mit Lucas Flöther als Insolvenzverwalter bleiben". Durch die Masseverwalterin wird insbesondere auch rasch zu prüfen sein, ob und inwieweit an einem seitens des deutschen vorläufigen Insolvenzverwalters der NIKI Luftfahrt GmbH abgeschlossenen Unternehmenskaufvertrag festgehalten werden kann oder ob diesbezüglich andere Verwertungsalternativen bestehen, um eine den Interessen der Gläubiger und der betroffenen Mitarbeiter entsprechende bestmögliche Lösung zu finden. Sernetz geht davon aus, dass ein österreichischer Masseverwalter kein Interesse daran hätte, den Deal platzen zu lassen. Ein Entscheid der deutschen Gerichte steht noch aus. Das Landgericht Berlin hat die NIKI-Argumentation, sie hätte ihren Geschäftsmittelpunkt in Berlin, abgeschmettert. Im Streit um die Zuständigkeit ist jetzt noch der deutsche Bundesgerichtshof am Zug. Gerhard Weinhofer von der Creditreform begrüsste den Insolvenzantrag. Das Sekundär-Insolvenzverfahren ist nach Aussage Flöthers nötig, um den Verkauf von Niki zu vollziehen.

Niki war - nach der Mitte August von ihrer Mutter Air Berlin beantragten Insolvenz - ebenfalls in die Zahlungsunfähigkeit geschlittert. Dies war jedoch an den Bedenken der EU-Wettbewerbsbehörde gescheitert. Vueling hat, wie schon länger bekannt, 20 Millionen Euro pauschal für die verwertbaren Teile von Niki geboten und zusätzlich ein Darlehen von 16,5 Millionen Euro zum Erhalt von Nikis Betriebsfähigkeit gegeben. Eine IAG-Sprecherin erklärte, man werde die Lage nach dem Gerichtsentscheid in Österreich weiter beobachten. Vueling will am Kaufvertrag festhalten.

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