Römisches Stadttor "Porta Nigra" in Trier ist 1848 Jahre alt

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Reuter geht davon aus, dass der Bau der Porta Nigra ein bis zwei Jahre dauerte.

Wissenschaftler haben bei einer Grabung an der römischen Stadtmauer nahe der Porta Nigra alte Holzpfähle entdeckt, die genau datiert werden konnten. "Wir wissen zwar, dass Trier 17 v. Chr. unter Kaiser Augustus gegründet wurde, aber wir wissen relativ wenig, wie sich die Stadt in den ersten 300 Jahren entwickelt hat", sagt Reuter.

"Grabungs-Krimi" ging weiter Am Museum übernahm die Dendrochronologin Mechthild Neyses-Eiden, die dort das Forschungslabor zur naturwissenschaftlichen Holzdatierung leitet, mit ihrem Team.

Die Porta Nigra gilt als das am besten erhaltene römische Stadttor nördlich der Alpen und ist damit das älteste Baudenkmal in Deutschland. "Es war schon sehr bitter gewesen, dass im Grunde niemand wusste, wann das weltberühmte Tor genau gebaut wurde", sagte Marcus Reuter. Dieses Holz wurde damals auf der Baustelle verwendet, vermuten die Forscher. Um Klarheit zu bekommen, war im vergangenen Herbst an einer vielversprechenden Stelle gegraben worden. "Ein wissenschaftliches Rätsel kann heute gelöst werden", sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD). "Wir dachten, im Grundwasser könnten sich Bauhölzer erhalten haben", sagt der Museumschef. Freude im Team, aber: "Da wussten wir noch nicht, ob das Holz auch datiert werden kann". Und der Krimi ging weiter.

Allerdings waren sie schlecht erhalten, so dass erst nicht klar war, ob sie sich tatsächlich von den Spezialisten im Labor würden datieren lassen. Teils waren sie so weich, das man sie nicht präparieren konnte. Schliesslich gab es aber doch nicht nur ein ungefähres Datum, sondern dank eines kleinen Stücks Rinde auch ein sehr genaues. "Das hat ein jahrgenaues Datum gebracht, sonst hätte man nur eine Schätzung gehabt", erklärt die Expertin. Dass man vom Fälldatum auf das Baudatum schließe, hinge so zusammen: "Das Holz wurde damals sofort nach der Fällung verarbeitet".

Besonders an dem Entstehungsdatum ist laut Reuter, dass es damals überhaupt keine "militärische Notwendigkeit", sprich keine Bedrohung, für das antike Trier gab, eine neue Stadtmauer mit vier Toren zu bauen, von denen die Porta Nigra eines ist. Die Entstehungszeit belegt, dass die Anlage wohl doch nicht zur Verteidigung der römischen Siedlung gebaut worden war, wie lange Jahre angenommen wurde. "Das ist ein reines Prestigeobjekt". Nun könne vieles neu bewertet werden. "Das weiß keiner", sagt Reuter. Das Bauwerk sei bereits im 11. Jahrhundert als "Schwarzes Tor" bezeichnet worden.

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