Sprengfähiger Gegenstand in Berlin entdeckt: Behörden sehen Zusammenhang mit DHL-Erpresser

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Schon wieder taucht ein Umschlag mit verdächtigen Drähten auf - diesmal in einer Bank im Berliner Süden. Der Versandumschlag war mit einer Zündvorrichtung und vermutlich Schwarzpulver aus Feuerwerkskörpern versehen.

Der DHL-Erpresser hat wieder zugeschlagen!

Gegen 11.30 Uhr war der Umschlag von einem Post-Briefträger in der Bank in der Schloßstraße im südlichen Ortsteil Steglitz abgegeben worden. Als Mitarbeiter das Päckchen öffneten, ragten Drähte heraus.

An diesen Elektronikhändler in Frankfurt (Oder) schickte der Erpresser per DHL eine Paket-Bombe.

Diese Einschätzung wurde von einem Sprecher des Brandenburger Innenministeriums bekannt gegeben. Die Polizei sperrt alles ab - und stellt fest: Der Inhalt hätte Menschen verletzen können. Der Brandenburger Polizeisprecher, Torsten Herbst, betonte: "Wir sehen da Parallelitäten".

Am Abend schrieb die Berliner Polizei auf Twitter: "Einen Sachzusammenhang mit der DHL-Erpressung in Brandenburg können wir bestätigen".

Sprengstoff Steglitz
Vor einer Bankfiliale in Steglitz wurde eine verdächtige Versandtasche entdeckt

Einzelheiten wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt. Die Brandenburger Polizei ist federführend bei den Ermittlungen. Mehrere Buslinien wurden umgeleitet. Die Experten sprachen demnach von einem "pyrotechnischem Material", das zwar explosionsfähig sei, aber nicht so gefährlich und hochexplosiv wie Plastiksprengstoff oder Dynamit.

Einem Entschärfer in Spezialkleidung gelang es schließlich, die Zündvorrichtung zu entfernen. Das Pulver müsse noch genauer untersucht werden, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Die Kriminalpolizei untersuchte, ob sich Fingerabdrücke oder DNA-Spuren finden lassen, um den Absender zu identifizieren.

Polizeibeamte evakuierten zunächst das Geldinstitut und die umliegenden Geschäfte, die beliebte Steglitzer Einkaufsmeile wurde für den Verkehr gesperrt, die Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamtes angefordert.

Vor sechs Wochen war in Potsdam in der Nähe des Weihnachtsmarktes eine Paketbombe in einer Apotheke abgegeben worden. In der Sendung entdeckten die Ermittler neben einem sogenannten Polenböller, Batterien und einer Metalldose voller Nägel einen mit einem QR-Code verschlüsselten Erpresserbrief.

Der DHL-Erpresser hatte bereits in der Vergangenheit Forderungen in Millionenhöhe gestellt und damit gedroht, weitere Bomben zu verschicken.

November schlug der Täter in Frankfurt (Oder) zu.

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