Angeklagter gesteht Messerangriff in Hamburger Supermarkt

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Ahmad A. hat zu Prozessbeginn gestanden, am 28. Juli 2017 in einem Supermarkt in Hamburg einen Menschen getötet und sechs weitere verletzt zu haben. "Er fällte diesen Entschluss als Beitrag für den weltweiten Dschihad", sagt die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Yasemin Tüz, bei der Verlesung der Anklage.

Laut Bundesanwaltschaft handelte der Täter aus einer islamistischen Gesinnung heraus. Ein Mann starb noch am Tatort, der andere überlebte schwer verletzt.

Die Anklage hält ihn für voll schuldfähig und wirft Ahmad A. Mord sowie versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung in sechs Fällen vor. Darunter verstehen radikale Muslime den Kampf zur Verteidigung und Verbreitung des Islams beziehungsweise den "Heiligen Krieg" gegen Ungläubige.

Auch Fragen des Vorsitzenden Richters zum Alkohol- und Drogenkonsum, seiner Einstellung zur Religion und zu einer bei ihm gefundenen, selbstgebastelten Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat lässt der 26-Jährige unbeantwortet. Während seiner Tat soll der Angeklagte außerdem "Allahu Akbar" (Gott ist groß) gerufen haben. Für die Ermittler ist klar: Ahmad A. wollte Rache üben. Dahinter habe seine Überzeugung gestanden, dass Muslime weltweit unterdrückt würden. "Herr A. erklärt, dass er die Verantwortung für die von ihm begangenen schwersten Straftaten übernimmt", sagte sein Verteidiger vor dem Hamburger Oberlandesgericht.

Dafür beantwortete er Fragen zu seinem Lebenslauf. Seine Mutter sei Lehrerin. Demnach hatte er angefangen, Zahnmedizin zu studieren, aber dann abgebrochen. Nach Deutschland kam der demnach, um arbeiten und auf eigenen Beinen stehen zu können. Auch die westliche Lebensweise sei anfangs ein Grund gewesen.

Doch zu diesen Angaben möchte sich der Mann am Freitag ebenfalls nicht äußern: "In den ersten drei Tagen war ich verletzt und konnte mich nicht konzentrieren", sagt er lediglich laut Übersetzung seines Dolmetschers. Doch seine Erwartungen wurden seiner Aussage nach enttäuscht: "Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht willkommen bin", berichtet er.

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