Wird aus der Linken eine neue SED, Frau Kipping?

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Linkspartei-Chefin Katja Kipping hat sich gegen einen Vorschlag des Ex-Vorsitzenden Oskar Lafontaine für eine neue linke Volkspartei ausgesprochen. Die linke Sammlungsbewegung könne nur funktionieren, wenn prominente Persönlichkeiten mitmachten. Für neuen Streit sorgt nun die Idee einer linken Volkspartei - vorgetragen vom Duo Lafontaine-Wagenknecht. "Wir müssen das weiterdenken und dafür werben", fordert Wagenknecht. "Es muss ein Funke überspringen". Diese Volkspartei solle eine Sammlungsbewegung sein, ein Zusammenschluss von Linken, Grünen und Sozialdemokraten.

In Richtung SPD sagte Wagenknecht, dem Anspruch sozialer Politik eine Machtoption zu verschaffen, könne sich kein verantwortungsvoller Mensch entziehen. Es gebe in der Bevölkerung eine Mehrheit für einen höheren Mindestlohn oder eine Vermögensteuer für Superreiche: "Doch solange das allein die Linke vertritt, kann daraus keine Regierungspolitik werden", so Wagenknecht. Wenn man gemeinsam etwas Neues angehe, sei die Hürde vielleicht geringer, als wenn man sie einfach auffordere, in die Linke zu kommen. "Wenn es zu neuen linken Mehrheiten kommen soll, dann geht das nur über eine Linke, die größer und wirkungsmächtiger ist - Stichwort: "Größer werden statt Neugründung", sagte Kipping der Deutschen Presse-Agentur in Berlin anlässlich einer Klausurtagung der Partei an diesem Samstag".

Parteichefin Kipping hält dagegen: "Wir sind jetzt bei guten 10 Prozent, obgleich wir einige Kontroversen gerade sehr öffentlich austragen", sagte sie angesichts jüngster Kontroversen führender Linke-Politiker. Kipping sagte: "Verbinden und nicht spalten - so beginnt jede wirkliche Sammlung und jeder Aufbruch". Es gehe daher eher um das "Projekt 15 Prozent".

Auch Bernd Riexinger sieht wie seine Co-Vorsitzende Kipping sieht die Zukunft der Partei vor allem in einer jüngeren Basis. So habe die Linke 2017 mehr als 8.500 neue Mitglieder aufgenommen, von denen laut Riexinger die Mehrheit der neuen Mitglied unter 35 seien. "Im Westen sind wir sogar die jüngste Partei". "Nicht die Ärmsten bedrohen den Wohlstand in Deutschland, sondern die Reichsten", so der Parteichef. "Und Reichtum ist teilbar". "Das tun wir in den nächsten Wochen in einer Reihe Regionalforen", sagte der 62-Jährige.

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