Studie: Langsam essen schützt vor dem dick werden

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Fukuoka. Langsam essen schützt vor dem Dickwerden. Diesen Zusammenhang bestätigen laut "British Medical Journal "japanische Forscher in einer Auswertung der Daten von rund 60 000 Menschen". Sie naschten nicht nach dem Abendessen und gingen nicht innerhalb von zwei Stundenz nach dem Dinner zu Bett. Unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren wie Alter oder Medikamenteneinnahme ermittelten die Wissenschaftler, dass Normal-Esser eine um 29 Prozent reduzierte Wahrscheinlichkeit hatten, krankhaftes Übergewicht zu entwickeln als Schnell-Esser. 22 070 gaben an, ihre Mahlzeiten meist schnell hineinzuschaufeln, nur wenige (4192), eher genüssliche Langsam-Esser zu sein. Die Studie dauerte von 2008 bis 2013.

"Das ist die erste Studie in dieser Größe, die den Effekt der Essgeschwindigkeit untersucht", kommentiert Stefan Kabisch vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam die Untersuchung.

Im Rahmen der Gesundheitschecks wurden den Teilnehmern sieben Fragen zu ihrem Lebensstil gestellt, darunter, ob ihre Essgeschwindigkeit schnell, normal oder langsam ist, ob sie nach dem Abendessen dreimal oder öfter pro Woche naschen und ob sie das Frühstück dreimal oder öfter in der Woche auslassen. Eine große Schwäche der Studie sei etwa, dass sie keine Angaben zur Art des Essens oder zur sportlichen Aktivität der Teilnehmer enthält. Bei Langsam-Essern war die Wahrscheinlichkeit um 42 Prozent geringer. Sie sollten unter anderem einschätzen, ob sie langsam, normal oder schnell aßen. Nichtsdestotrotz zeige die Untersuchung, dass eine Senkung der Essgeschwindigkeit dabei helfen kann, das Körpergewicht zu regulieren und einen zu hohen BMI zu verhindern.

Die Forscher schränken ein, dass die Angaben zur Essgeschwindigkeit auf der Selbsteinschätzung der Teilnehmer beruhten und nicht objektiv ermittelt wurden.

Die Forscher vermuten, dass Schnell-Esser weiter essen, obwohl der Hunger längst gestillt ist. Langsame Esser bleiben hingegen eher schlank.

"Allerdings bestätigen die neuen Daten Vieles, was Ernährungsfachleute bereits heute empfehlen". So weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung seit langem darauf hin, dass langsames Essen den Genuss und das Sättigungsempfinden fördert.

Wer langsamer isst, ist also der Studie zufolge seltener dick. Die Forscher fanden, dass dies mit dem "Hungerhormon" Ghrelin zusammenhängt: "Jeder hat dieses Hormon, aber wenn man übergewichtig ist und dann Gewicht verliert, steigt der Hormon-Spiegel an", erläutert Martins. Das kann gewichtige Folgen haben.

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