Auf der 68. Berlinale "Touch Me Not" gewinnt "Goldenen Bären"

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Die deutschen Favoriten gingen leer aus, obwohl ihnen zum Teil große Chancen eingeräumt worden waren.

Die Berlinale-Jury hat sich schon öfter politisch gezeigt.

Preise für die besten Schauspieler gingen jeweils an Anthony Bajon, der in The Prayer einen Süchtigen spielt, der in einer religiösen Gruppe in den Bergen mit sich selbst ringt, und Ana Brun für The Heiresses, die darin nach der Inhaftierung ihrer Lebensgefährtin auf eigenen Füßen stehen muss. Der Preis für die beste Regie ging an den US-Filmemacher Wes Anderson, die Auszeichnung für das beste Drehbuch erhielt der mexikanische Film "Museum". Bei den Männern gilt der gleich zweifach im Wettbewerb präsente deutsche Shootingstar Franz Rogowski ebenso als Bärenkandidat wie Joaquin Phoenix, der für Gus Van Sants "Don't worry, weglaufen geht nicht" in die Rolle eines querschnittsgelähmten Alkoholikers schlüpfte. Sein dreistündiges Zwillingsdrama "Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot" trieb manche aus dem Saal, bei einigen Kritikern kam der Film aber gut an. Neben Marie "Romy" Bäumer könnte auch Regisseur Christian Petzold auf der Siegerliste landen. So wäre auch Erik Poppes Film über den Anschlag auf der norwegischen Insel Utøya ein Kandidat: Würdevoll erzählt er die Geschichte aus der Perspektive der Opfer.

Es kann wie immer bei der Berlinale auch Entscheidungen zum Kopfkratzen geben.

Der radikale rumänische Experimentalfilm "Touch Me Not" von Adina Pintilie hat bei der 68. Berlinale den Goldenen Bären gewonnen. Diesmal erzählt er von den Schrecken der Marcos-Diktatur.

Da hatten es die Zuschauer bei Wes Andersons Animationsfilm "Isle of Dogs" leichter, auch einige Filmkritiker mochten ihn. Steven Soderbergh ("Ocean's Eleven") stellte außer Konkurrenz seinen Thriller "Unsane - Ausgeliefert" vor.

Insgesamt war es ein guter Berlinale-Jahrgang. Am Sonntag geht die Berlinale mit einem Publikumstag zu Ende. Berlinale-Leiter Dieter Kosslick hatte am Abend zuvor bei der Eröffnung an das Schicksal von Yücel erinnert. Wenn er 2019 das letzte Mal mit Hut und rotem Schal die Gäste auf dem roten Teppich begrüßt, soll seine Nachfolge geklärt sein.

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