Tausende Teenager sind süchtig nach sozialen Medien

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► Rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind nach einer repräsentativen Studie der Krankenkasse DAK süchtig nach sozialen Medien.

Wie die Studie zeigt, sind Mädchen mit 3,4 Prozent etwas häufiger von einer Social-Media-Abhängigkeit betroffen als Jungen mit einem Anteil von 1,9 Prozent.

Und auch bei Jugendlichen, die noch nicht als süchtig gelten, haben die Forscher negative soziale Auswirkungen festgestellt wie zum Beispiel Realitätsflucht oder zu wenig Schlaf. Zu den Kriterien für Social-Media-Sucht zählen die Forscher des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kinder- und Jugendalters ein ständiges Denken an Freunde-Netzwerke oder Messenger-Dienste im Internet - selbst in der Schule und in der Lehre. Sie konnten die Zeit für Chats nicht selbst begrenzen und bekamen ohne ihre Online-Welt Entzugserscheinungen wie Unruhe oder Gereiztheit.

Jugendliche verbringen demnach durchschnittlich rund zweieinhalb Stunden täglich mit Sozialen Medien, wobei Mädchen dabei etwas länger online sind als Jungen.

Auch wenn Teenager anfangen zu lügen, damit andere nicht merken, wie viel Zeit sie mit ihrem Handy verbringen, oder wenn sie andere Interessen und Hobbys aufgeben, um mehr Zeit zum Chatten zu haben, können das Warnsignale sein, dass sie die Kontrolle über die Nutzung sozialer Netzwerke verloren haben. Am häufigsten nutzen die Befragten WhatsApp (66 Prozent), vor Instagram (14 Prozent), Snapchat (neun Prozent) und Facebook (zwei Prozent). Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren sind fast dreieinhalb Stunden pro Tag in sozialen Medien, gleichaltrige Jungen nur zweidreiviertel Stunden.

Nach Angaben der Krankenkasse ist es das erste Mal, dass das Suchtrisiko im Zusammenhang mit sozialen Medien in einer repräsentativen Untersuchung für Deutschland analysiert wurde.

Wegen der hohen Nutzung sozialer Medien kommt es bei sechs Prozent der befragten jungen Leuten zu häufigen Streit mit ihren Eltern.

Was ist Social-Media-Sucht?

14 Prozent der Zwölf- und 13-Jährigen nutzen soziale Medien deshalb oft heimlich.

Knapp jeder fünfte 12- bis 17-Jährige gab in der Erhebung an, wegen der Social-Media-Nutzung manchmal zu wenig zu schlafen (17 Prozent). Bei sechs Prozent kommt dies sehr häufig oder häufig vor.

Bei acht Prozent der befragten Teenager habe es auch Hinweise auf eine depressive Neigung gegeben. Ratsam sei, bei der Nutzung Sozialer Medien Pausen einzulegen. Auffällig war, dass jeder dritte Betroffene mit eher depressiver Stimmung auch zu einer problematischen Nutzung sozialer Medien neigte.

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