Schweizer AKW Beznau nahe deutscher Grenze darf wieder ans Netz

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Drei Jahre nach der Entdeckung von fast 1000 etwaigen Schwachstellen darf Block 1 des Schweizer Kernkraftwerks Beznau unweit der deutschen Grenze wieder ans Netz gehen.

Die Axpo habe nachgewiesen, dass die im Stahl des Reaktordruckbehälters gefundenen Aluminiumoxid-Einschlüsse keinen negativen Einfluss auf die Sicherheit haben, hatte wenige Stunden davor ENSI-Direktor Hans Wanner ebenfalls in Brugg AG vor den Medien gesagt. Laut Axpo waren diese Stellen nicht während des Betriebs des Reaktors entstanden, sondern bereits beim Schmieden des Druckbehälters 1965 in Frankreich.

Es handelte sich um fehlerhafte Materialstellen von einer Grösse von fünf bis sechs Millimetern.

Olten (energate) - Am Entscheid des Eidgenösssischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) zum Kernkraftwerk Beznau 1 gibt es Kritik, nicht nur in der Schweiz. Die Umweltorganisation Greenpeace bezeichnet den Entscheid als Bankrotterklärung von Aufsicht und Politik in Fragen der nuklearen Sicherheit.

Das ENSI hatte 2015 gefordert, dass die Axpo die Ultraschallanzeigen, welche auf die Befunde im Stahl des Reaktordruckbehälters hinweisen, untersucht, charakterisiert und bewertet. Weil man keine größeren Proben aus dem Reaktordruckbehälter entnehmen konnte, ließ die Axpo eine Kopie des Reaktordruckbehälters herstellen. Dabei wird die Anlage dann stufenweise hochgefahren.

Einer der ältesten Kernreaktoren der Welt steht seit drei Jahren wegen Sicherheitsbedenken still. Bis Ende März soll der Reaktor wieder vollumfänglich ans Netz. Bei der Jahresrevision wurden damals am Reaktordruckbehälter rund 925 Materialfehler entdeckt.

Für die Axpo ist das sehr erfreulich.

Zusammen mit der Ersatzbeschaffung von Strom hat der Stillstand von Beznau 1 die Axpo nach eigenen Angaben rund 350 Millionen Franken (303 Millionen Euro) gekostet. Nun, da die Strompreise wieder steigen, ist ein Wiederanfahren für Axpo entsprechend ökonomisch interessant. In einer Mitteilung ruft die Schweizerische Energie-Stiftung (SES) die Verantwortlichen dazu auf, das AKW Beznau stillzulegen. "Eine Beschwerde von Anwohnern, die befürchten Beznau sei bei schweren Erdbeben nicht sicher, ist vor dem Bundesverwaltungsgericht anhängig".

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