FSME-Infektion durch Zeckenbiss auch im Norden möglich

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Zecken können die Hirnhautentzündung FSME und Borreliose übertragen. Das Robert-Koch-Institut zählte im vergangenen Jahr bundesweit fast 500 Erkrankungsfälle - und damit mehr als in den Jahren davor. Mittlerweile infizierten sich auch im Norden Deutschlands vereinzelt Menschen mit FSME, sagten Zeckenexperten am Dienstag beim Süddeutschen Zeckenkongress an der Stuttgarter Uni Hohenheim. "Der Trend ist die Schwankung", sagte eine Sprecherin.

Klein, aber gemein: Zecken übertragen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Es handle sich "um die zweihöchste je registrierte Zahl von Erkrankungsfällen", erklärte Gerhard Dobler vom Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München. Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen. Bayern und Baden-Württemberg und die angrenzenden Landkreise gelten seit Jahren als Risikogebiete. Tückisch sei, so Experten in Stuttgart, dass Verbreitungsgebiete von mit FSME infizierten Zecken oft nicht größer als ein Fußballfeld seien und über Jahre stabil bleiben könnten. Auch in der zunehmend nach Deutschland einwandernden Auwaldzecke wurde das FSME-Virus gefunden.

Diese Nachricht wurde am 06.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Der relativ neue Übertragungsweg bei FSME über Rohmilch von infizierten Weidetieren habe auch im vergangenen Jahr eine Rolle gespielt, so Ute Mackenstedt. Zuverlässigen Schutz vor FSME bietet den Experten zufolge nach wie vor nur eine Impfung, die zu nahezu hundert Prozent wirksam sei. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden, berichtete Mackenstedt. Zwei Wochen später wurde ein großer Krankheitsausbruch registriert. "Vermutlich lag das daran, dass es nach den kalten Tagen Menschen gerade zu dem Zeitpunkt massiv ins Freie trieb, als die jahreszeitlich höchste Aktivität von Ixodes ricinus als der am weitesten verbreiteten Zeckenart stattfand", sagte sie.

Anstatt nachträglich Statistiken auszuwerten, soll künftig ein Computermodell erlauben, Prognosen zum Zecken-Risiko an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten abzugeben.

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