Zecken-Alarm: Gefährliche FSME breitet sich aus

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Bei wenigen Menschen in Nordrhein-Westfalen sind im vergangenen Jahr Infektionen mit der tückischen Krankheit FSME festgestellt worden.

Zwar traten die weitaus meisten Erkrankungsfälle (85 Prozent) im Jahr 2017 in Süddeutschland auf, wie Experten um Gerhard Dobler, Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), in Stuttgart sagten.

STUTTGART. Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 497 Fälle von Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) gemeldet.

Vor dem 4. Süddeutschen Zeckenkongress präsentieren Wissenschaftler der Stuttgarter Universität Hohenheim derzeit ihre Erkenntnisse.

FSME kann zu Hirnhautentzündung führen.

Zusätzlich sollten sich Menschen in der Natur vor Zecken schützen - mit langen Hosen, Zeckenspray und regelmäßiger Kontrolle der Haut. Nach Angaben der Forscher wurden im vergangenen Jahr in Deutschland bei knapp 500 Menschen FSME-Erkrankungen diagnostiziert und damit so viele, wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. "Der Trend ist die Schwankung".

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Zecken lauern im Unterholz, in Büschen oder in hohem Gras. Erst 2016 hatte ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem sich zwei Menschen an Rohmilch-Käse aus Ziegenmilch angesteckt hatten. Das Virus kann grippeähnliche Beschwerden bis hin zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung verursachen und wird von Zecken übertragen, zumeist vom Gemeinen Holzbock. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden, berichtete Mackenstedt.

Gewarnt wird auch vor FSME-Infektionen durch Rohmilch-Produkte von Weidetieren. Weitere Informationen zum Thema Zecken finden Sie hier.

Die Überträgerzecke Ixodes ricinus war 2017 sehr aktiv. 250 bis 500 Menschen erkranken Experten zufolge jedes Jahr daran.

Zuverlässigen Schutz vor FSME bietet den Experten zufolge nach wie vor nur eine Impfung, die zu nahezu hundert Prozent wirksam sei. Die können wiederum zu einer Borreliose führen, die vor allem die Gelenke in Knie, Hüfte und Schulter angreift und zu dauerhaften Schmerzen führt.

Das Robert-Koch-Institut registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle - und damit mehr als in den Jahren davor.

Stuttgart/Region Mehr Infektionen mit der tückischen Krankheit FSME, neue Hot-Spots im Norden Deutschlands und eine neue Zeckenart als möglicher Überträger: Es gibt schlechte Nachrichten zum Start der Zeckensaison. Die Krankenkasse und das Landesgesundheitsamt riefen dazu auf, sich impfen zu lassen. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) und anderen Gesundheitsexperten wird Personen, die sich in FSME-Risikogebieten häufig im Freien aufhalten, ein Impfschutz empfohlen. Bundesweit sind etwa 20 Prozent der Bevölkerung gegen FSME geimpft, in Österreich sind es laut Experten 80 Prozent.

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