Robert-Koch-Institut: Kinder sind laut Gesundheitsstudie zu dick

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Das zeigt eine aktuelle Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, die das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin vorstellte.

Das geht aus aktuellen Ergebnissen einer groß angelegten Längsschnittstudie des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor. Ein positives Ergebnis ist, dass sich die Lage mit Blick auf Gewicht, Allergien und Lebensstil nicht verschlechtert hat - durchschlagende Verbesserungen gab es aber noch nicht. Mädchen sind demnach noch seltener und weniger sportlich aktiv als Jungen. Diesen Kindern mangele es an Teilhabechancen, betonte Kurth.

KiGGS ist die einzige umfassende Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland.

Trotz vielen Sport- und Bewegungsangeboten in Kindergärten, Schulen und Vereinen: Mehr als jedes siebte Kind in Deutschland hat Übergewicht. Übergewicht und Adipositas sind mit 15,4 Prozent noch genauso verbreitet wie vor zehn Jahren, damals waren es 15 Prozent.

Stagnation auf hohem Niveau: In Deutschland sind nach wie vor fast 15 Prozent der Kinder übergewichtig.

Etwa jedes siebte Kind in Deutschland ist zu dick oder sogar fettleibig. Diabetes und Herz-Kreislauf-Krankheiten, die mit Übergewicht verbunden sein können, spiegelten sich bei jungen Probanden noch nicht wieder, sagte Bärbel-Maria Kurth. Vor einem Jahrzehnt war der Konsum mit rund 28 Prozent bei den Mädchen und 34 Prozent bei den Jungen noch erheblich höher. Forscher sehen das als Erfolg von Aufklärungskampagnen - der Verbrauch sei aber trotzdem weiter viel zu hoch. "Wir brauchen Werbebeschränkungen für ungesunde Kinderlebensmittel, eine verständliche Nährwertkennzeichnung in Ampelfarben und eine Herstellerabgabe für überzuckerte Getränke", sagte Expertin Luise Molling. Nur 22,4 Prozent der Mädchen und 29,4 Prozent der Jungen zwischen 3 und 17 Jahren bewegen sich pro Tag mindestens eine Stunde lang, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Die größten Bewegungsmuffel sind Teenager zwischen 14 und 17 Jahren, wiederum vor allem Mädchen. Seit Jahren sind vor allem die Kinder zu dick, die aus sozial benachteiligten Elternhäusern kommen.

Die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen waren insgesamt eher klein: Nur in der Pubertät fühlen sich Mädchen gesundheitlich generell schlechter als Jungen. Damit leiden wie bisher knapp zehn Prozent der Heranwachsenden unter Pollen. Mit rund vier Prozent liegt dieser Wert auf dem gleichen Niveau wir vor zehn Jahren.

Auf emotionaler Ebene beobachteten die Wissenschaftler bei rund jedem fünften Kind und Teenager Probleme wie Verhaltensauffälligkeiten oder Hyperaktivität. Auch dieser Wert ist seit zehn Jahren konstant. Bei Jungen gilt aber eher das Vorschulalter bis zum Ende der Grundschulzeit als sensible Phase, Mädchen zeigen vor allem im Übergang zur Pubertät bis zum Ende der Jugendzeit Auffälligkeiten.

Jungen und Mädchen gehörten zum Stamm der Basiserhebung. Jungen Frauen fällt es allerdings leichter, wieder aufzuhören (19 Prozent) als jungen Männern (9 Prozent). Rund 15.000 weitere Kinder und Jugendliche sowie ihre Eltern kamen hinzu. Vor allem in armen Milieus hat sich nach RKI-Erkenntnissen jedoch auch hier wenig getan.

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