Gesundheit: Coca-Cola und Co. senken Zuckergehalt wegen neuer Steuer in Großbritannien

Einstellen Kommentar Drucken

Wegen einer anstehenden Steuer haben mehrere Hersteller den Zuckergehalt in Getränken deutlich gesenkt. Vielmehr habe das Unternehmen in Großbritannien "bereits viele Jahre vor der Ankündigung der Steuer beschlossen, den Zuckergehalt in Getränken zu reduzieren". Auch die Weltgesundheitsorganisation spreche sich deshalb für Abgaben auf Zuckergetränke und Subventionen für Obst und Gemüse aus. Zudem müsse die Abgabe auch Süßstoffe umfassen.

"Großbritannien reiht sich neben Irland, Portugal, Estland, Belgien, Norwegen, Finnland und Frankreich in die immer länger werdende Liste von Ländern ein, die mit steuerlichen Anreizen aktiv gegen Fehlernährung, Fettleibigkeit und Diabetes vorgehen", sagt Luise Molling von Foodwatch. Das Land hatte die Abgabe, die von den Herstellern zu entrichten ist, schon vor zwei Jahren angekündigt.

Osnabrück. Die Herstellerabgabe auf besonders zuckerhaltige Getränke in Großbritannien zeigt nach Angaben der Verbraucherorganisation foodwatch Wirkung. Sie forderte die Bundesregierung auf, eine vergleichbare Abgabe einzuführen und Obst und Gemüse von der Mehrwertsteuer zu befreien.

Demnach senkte Coca-Cola den Zuckergehalt bei seinen Marken Fanta und Sprite für den britischen Markt von 6,9 auf 4,6 beziehungsweise von 6,6 auf 3,3 Gramm pro 100 Milliliter. Zum Vergleich: In Deutschland enthalten Fanta und Sprite jeweils neun Gramm Zucker pro 100 Milliliter.

Neben Coca-Cola veränderten der britische Branchenriese Britvic und die Handelsunternehmen Lidl und Tesco die Rezeptur ihrer Getränke.

In Großbritannien wird künftig weniger Zucker konsumiert. Derzeit seien es 9,1 Gramm in 100 Millilitern. Foodwatch und die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten (DANK) forderten eine ähnliche Steuer für Deutschland. So erwartet das OBR in seinem aktuellen Report nur noch die Hälfte der ursprünglich berechneten Steuereinnahmen aus der Herstellerabgabe. In Grossbritannien wird ab 6. April eine nach Zuckergehalt gestaffelte Steuer fällig. Gesundheitsexperten schreiben zuckerhaltigen Getränken eine besondere Rolle in dieser Entwicklung zu.

Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) bei Kindern sowie Erwachsenen haben in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch zugenommen.

Quelle und Produktabbildungen: foodwatch e.V.

Comments