Krankenkassen zahlen künftig neue vierfache Grippe-Impfung

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Josef Hecken, der Vorsitzende des Ausschusses stellt ausdrücklich klar, dass sich diese Entscheidung "anders als vielfach auch öffentlich gemutmaßt" nicht auf die laufende, sondern die kommende Grippesaison 2018/19 beziehe. Mit der Entscheidung des Bundesausschusses zur Finanzierung hätten die Hersteller nun Klarheit und könnten bis zum Herbst, wenn die Vorsorgeimpfungen beginnen, ausreichend Impfstoffe produzieren.

Unterdessen gab das Robert-Koch -Institut die Zahlen für die 13.Kalenderwoche der aktuellen Grippesaison bekannt: Danach ist die Zahl der Grippetoten auf 1.095 gestiegen.

Mit der Präzisierung der Impfrichtlinie folgt der Gemeinsame Ausschuss einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts vom Januar dieses Jahres.

Bisher gab es für die Kassen keine verbindliche Regelung, ob für Risikogruppen wie Alte oder chronisch Kranke zur Grippevorsorge ein Drei- oder Vierfach-Impfstoff zu verwenden und bezahlen sei.

Schutzimpfungen gegen die saisonale Grippe gehören seit 2007 zum verpflichtenden Leistungskatalog gesetzlicher Kassen. Sie werden für alle Gruppen übernommen, denen die Stiko die Impfung explizit empfiehlt.

"Da üblicherweise nur etwa alle zehn Jahre Influenza B Jahre seien, geht Welte davon aus, dass das Jahr 2019 "mit hoher jedoch nicht mit 100prozentiger Sicherheit wohl kein Influenza B Jahr werde". Des Weiteren wird auch Menschen zur Impfung geraten, die ein größeres Risiko haben, im Krankheitsfall andere anzustecken oder beruflich mit sehr vielen Menschen in Kontakt kommen - dazu zählen medizinisches Personal, Lehrer, Erzieher und Altenpfleger.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hatte Ende Februar kritisiert, dass noch nicht alle Kassen die Vierfach-Impfung zahlen, sondern häufig nur den halb so teuren Dreifach-Wirkstoff. Nach Ansicht der Influenza-Experten ist der Höhepunkt der Grippewelle in Deutschland mittlerweile aber überschritten. Bis zum 30. März waren dem RKI knapp 314.000 Fälle gemeldet worden, 1095 Menschen starben bis jetzt an den Folgen der Infektion. Knapp 70 Prozent der Erkrankungen wurden von Influenza-B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie verursacht. Bestandteile dieses Virusstammes waren im Vierfachimpfstoff enthalten, aber nicht in der Dreifach-Variante.

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