Süßstoffe sind schädlich, zumindest für Ratten

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Dass ein hoher Zuckerkonsum zu gesundheitlichen Problemen wie Adipositas, Diabetes oder Karies führt, ist den meisten Menschen bekannt. Untersuchungen zufolge schaden Süßstoffe der Gesundheit. Australische beziehungsweise kanadische Wissenschaftler stellten zudem fest, dass solche Süßungsmittel zu starkem Hunger führen und die Gewichtszunahme fördern können.

Hinweise, dass Süßstoffe nicht automatisch beim Abnehmen helfen oder sogar schädlich sein können, hätten bereits andere Studien erbracht.

Das Image von Süßstoffen ist schon lange nicht mehr das, was es einmal war. Eine neue Studie liefert nun Hinweise darauf, dass kalorienfreie Süßstoffe dem Körper schaden können.

Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse auf einer Fachkonferenz in San Diego. "Obwohl wir diese kalorienfreien Süßstoffe jeden Tag verwenden, haben Fettleibigkeit und Diabetes drastisch zugenommen", beschreibt Hoffmann die Situation in den USA.

US-Forscher haben in Tierversuchen neue Hinweise darauf erhalten, warum kalorienfreie Süßstoffe nicht zwingend schlank machen und sogar schädlich sein können.

In einem Teil der Studie fütterten die Forscher eine Gruppe Ratten mit Zucker, eine andere mit Süßstoffen. Ihre Experimente beruhen auf Versuchen mit Ratten, die drei Wochen lang mit zuckerhaltiger Nahrung gefüttert worden waren und Tieren, deren Futter die Süßstoffe Aspartam und Acesulfam enthielt. Das waren Hinweise darauf, dass die Tiere Fette unterschiedlich verarbeiteten. Zudem sahen sie, dass Acesulfam sich im Blut anreicherte. Dies könne die Zellen schädigen, die die Blutgefäße auskleiden, berichten die Forscher mit Verweis auf Laborversuche mit Zellen.

Der Körper habe die Fähigkeit, Zucker im moderaten Ausmaß zu verarbeiten, folgert Hoffmann. Wer stattdessen auf Kalorien-freie Süßstoffe setze, müsse wiederum Veränderungen im Fett- und Energiestoffwechsel in Kauf nehmen. Außerdem seien die Ergebnisse keineswegs direkt auf Menschen zu übertragen.

Stefan Krabisch vom Deutschen Institut von Ernährungsforschung wiegelt jedoch ab, da für die genannte Studie nur zwei künstliche Süßstoffe untersucht wurden. So seien Sucralose, Stevia und Saccharin ebenfalls weit gebräuchlich "und unterscheiden sich von den zwei untersuchten Substanzen in vielerlei Hinsicht".

Dem Experten zufolge könnte neben Stoffwechselmechanismen auch das Essverhalten bewirken, dass man trotz Zuckerverzicht zunimmt.

Bisher warnen auch die Forscher in den USA nicht vor moderaten Süßstoffkonsum. Eine offizielle Empfehlung, sie zum Abnehmen oder zum Zuckersparen dauerhaft einzusetzen, gibt es allerdings auch nicht. Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, kurz DGE, ergänzt: "Statt Zucker durch Süßstoffe zu ersetzen, rät die DGE die Ernährung grundsätzlich auf 'weniger süß' umzustellen".

Die Sachverständigen der Behörde kamen zu dem Schluss, "dass Aspartam und seine Abbauprodukte in den derzeitigen Expositionsmengen für den menschlichen Verzehr unbedenklich sind", heißt es auf der Webseite der EFSA. Auch Acesulfam ist seit Jahren in der EU zugelassen.

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