Chips essen: Darum können wir nicht aufhören

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Ein Ergebnis: Je höher der sogenannte Body Mass Index (BMI) - also je dicker jemand ist -, desto stärker wird beim Chips-Essen sein Belohnungszentrum im Gehirn aktiviert.

Ist die Chipstüte erstmal offen, gibt's bei den meisten Menschen kein Halten mehr - es wird gegessen, bis nur noch ein paar fettige Krümel in der Tüte kleben. Dabei spielt Dopamin eine große Rolle.

Isa Maack vom Universitätsklinikum Tübingen erklärt: "Für alles, was zur Selbsterhaltung und Selbstvermehrung wichtig ist, muss das Belohnungszentrum anspringen". Es sei auch bekannt, dass beim Essen das Belohnungssystem bei stark übergewichtigen Menschen etwas anders reagiere. "Hirnaktivitäten sind wandelbar", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. Jedoch kann sich dieses Phänomen, beispielsweise bei einer Gewichtsabnahme, ändern. Die neue Studie der Erlanger sieht Mack daher eher als Grundlagenforschung.

Der Erwartungshaltung der Wissenschaftler war im Vorfeld der Studie, dass umso mehr Fett das Futter habe, desto attraktiver sei es. "Dem war aber nicht so", erläuterte Hess. Andreas Hess aus Erlangen beschäftige sich schon länger mit dem Sucht-Phänomen nach Chips und Co. in einem Versuch mit Ratten entdeckten sie eine Naschformel, ein bestimmtes Verhältnis von Fett undKohlenhydraten, das Lebensmittel für uns besonders attraktiv macht.

Bestand das Futter aus diesem Mischungsverhältnis, fraßen die Tiere nämlich am meisten - ein Drittel mehr als normalerweise. Das spricht das Belohnungszentrum besonders gut an.

Auch wenn die Forscher dies noch nicht gezeigt haben, dürfte das beim Mensch wohl nicht viel anders sein. Als Spezies sei der Mensch noch sehr jung und gute Ernährung, wie wir sie heute haben, sei relativ neu.

"Für den Körper ist diese Mischung möglicherweise physiologisch ideal - sie liefert schnell mobilisierbare Energie durch die Kohlenhydrate und speicherbare Energie im Fettanteil", so die Hypothese von Hess.

"Überraschend ist, dass sich Ratte und Mensch hier relativ ähnlich zu verhalten scheinen", sagt der Ernährungsmediziner Hans Hauner von der TU München.

Dieses Prinzip sei früher sehr sinnvoll gewesen, weil Nahrung nicht garantiert war.

Laut Isa Mack spielten allerdings auch andere Dinge für die Beliebtheit eines Lebensmittels eine Rolle.

Auch wenn die Studie der Erlanger Forscher diesen Zusammenhang noch nicht bei Menschen beweist, glaubt Hess, dass es dort ähnlich ist.

"Wenn wir Chips ohne Salz und ohne Würze hätten, dann würden wir die auch nicht in größeren Mengen essen", so die Expertin. Allerdings könne der Körper ab einem bestimmten Punkt mit zu viel Fett nicht mehr gut umgehen und es schmecke dann auch nicht mehr.

"Wenn ich eine halbe Butter essen würde, würde mir kotzübel", sagte Mack, die darauf hinwies, dass auch die Lebensmittelindustrie schon ausgiebig getestet habe, welches Mischungsverhältnis der Chips-Bestandteile beim Menschen am besten ankommt.

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