NSU-Prozess: Mitangeklagter übergab Waffe - ohne den Plan des Trios zu kennen?

Einstellen Kommentar Drucken

Der mutmaßliche Terrorhelfer Carsten S. hat die Morde und Anschläge des "Nationalsozialistischen Untergrunds" nach Darstellung seiner Verteidiger weder gewollt noch unterstützt.

München - S. habe die Tötung anderer Menschen nicht billigend in Kauf genommen, sagte sein Anwalt Jacob Hösl am Mittwoch im Münchner NSU-Prozess.

Beate Zschäpe sitzt am im Gerichtssaal im Oberlandesgericht neben ihrem Anwalt Mathias Grasel. S. habe "nicht bedingt vorsätzlich gehandelt", ihm könne heute kein strafrechtlicher Vorwurf mehr gemacht werden. Der 38-Jährige ist wegen Beihilfe zum Mord angeklagt, weil er die wichtigste Mordwaffe des "Nationalsozialistischen Untergrunds", eine "Ceska"-Pistole, zu Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach Cemnitz gebracht haben soll".

Mit der immer gleichen Waffe ermordeten die beiden Terroristen neun Gewerbetreibende mit türkischen und griechischen Wurzeln in Nürnberg, München, Hamburg, Rostock, Dortmund und Kassel. Die Bundesanwaltschaft hatte drei Jahre Jugendstrafe für Carsten S. beantragt. S. hat die Übergabe der Waffe umfassend gestanden. Hösl betonte aber, S. sei damals nur der "willfährige Adlatus" des Mitangeklagten Ralf Wohlleben gewesen, der bei der Waffenbeschaffung demnach die zentrale Rolle gespielt haben soll. Er gilt als gefährdet und befindet sich in einem Zeugenschutzprogramm. Die Bundesanwaltschaft fordert für sie lebenslange Haft. Kommende Woche geht es mit den nächsten Verteidiger-Plädoyers weiter.

Comments