Ärzte fordern Maßnahmen gegen Fehlernährung

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BERLIN. Eine Lebensmittelkennzeichnung per Nährwertampel, ein teilweises Werbeverbot ungesunder Produkte und eine Zuckersteuer: Das fordern mehr als 2.000 Ärzte in einem Offenen Brief an die Bundesregierung, so die Aktionsgründer.

In dem offenen Brief fordern sie Kanzlerin, Minister und Parteichefs auf, endlich "ernst zu machen" mit der Vorbeugung gegen Fettleibigkeit, Diabetes und anderen chronischen Krankheiten.

► eine verständliche Kennzeichnung (zum Beispiel Lebensmittel-"Ampel").

Laut einer Studie des Robert-Koch-Instituts gelten 15,4 Prozent der Kinder und Jugendlichen von drei bis 17 Jahren als übergewichtig oder adipös, 5,9 Prozent aller untersuchten Kinder als definitiv adipös. Bei den Erwachsenen gelten 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen als übergewichtig oder adipös. Wörtlich: "Es ist höchste Zeit für eine wirksame Zuckersteuer, konsequente Werbeverbote und eine sinnliche und humorvolle Vermittlung von Gesundheitskompetenz in den Schulen".

"In Sachen Prävention ist Deutschland ein Entwicklungsland", meint Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Zahlreiche andere Staaten in Europa haben längst die Lebensmittelwirtschaft in die Pflicht genommen, und das sollten wir endlich auch tun! Der Brief soll am Mittwoch der Bundesregierung vorgestellt werden.

Die Autoren verweisen auf den WHO-Vorschlag, eine 20-prozentige Abgabe auf stark gesüßte Getränke zu erheben: Diese könnte den Konsum um ebenfalls ein Fünftel reduzieren. Eigenen Angaben zufolge haben den Brief mehr als 1.300 Kinder- und Jugendärzte, rund 222 Diabetologen und 58 Medizinprofessoren unterschrieben. Zahlreiche Fachorganisationen haben sich angeschlossen, darunter die Bundeszahnärztekammer, die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, die Deutsche Adipositas Gesellschaft, die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie, die Diakonie Deutschland, die Bundesvertretung der Medizinstudierenden, der AOK-Bundesverband und die Techniker Krankenkasse.

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