In die Sauna gegen Schlaganfälle

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Noch viel deutlicher zeigt sich der Zusammenhang bei Leuten, die fast täglich die Sauna besuchen: Wer vier bis sieben Mal pro Woche in die Sauna geht, hat ein um 61 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko.

Dabei kam Peter Willeit, Epidemiologe an der Med-Uni Innsbruck, gemeinsam mit finnischen Kollegen zu dem Schluss, dass unabhängig von anderen Parametern wie Alter, Geschlecht, Lebensstil, Body-Mass-Index und kardiovaskulären Vorerkrankungen, die Frequenz von Saunabädern einen relevanten Einflussfaktor auf das Schlaganfallrisiko darstellt. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Forschern der Medizin Uni Innsbruck und der Universität Ostfinnland, die über 1.600 Saunagänger befragt haben.

"Der Abgleich dieser Frequenzklassen mit den Daten der über 15 Jahre laufenden Beobachtungsstudie zeigte, dass das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, mit der Häufigkeit von Sauna-Besuchen sinkt", erklärte Willeit.

Bei der Befragung wurden Häufigkeit und Dauer des Saunabesuchs eruiert, wobei durchwegs die finnische Sauna-Variante mit hohen Temperaturen von 80 bis 100 Grad Celsius, niedriger Luftfeuchtigkeit und häufigem Aufguss in Betracht gezogen wurde.

Personen die zwei bis drei Mal wöchentlich in die Sauna gingen, hatten um ein 14 Prozent geringeres Schlaganfallrisiko als Personen, die nur einmal in der Woche in eine Sauna gingen. Die Ergebnisse gelten für Frauen und Männer gleichermaßen. Die Studie wurde im Fachjournal Neurology veröffentlicht.

Bereits vorangegangene Studien hätten gezeigt, dass häufige Saunagänge das Risiko für Herzkreislauferkrankungen und Bluthochdruck senken. Dies könne sich positiv auf das Schlaganfall-Risiko auswirken, so Kunutsor.

In einer aktuell laufenden experimentellen Untersuchung untermauern dieselben Forscher die jüngste Erkenntnis mit dem Nachweis der kurzfristigen Auswirkungen des Saunierens. Der niedrigere Blutdruck könnte laut den Forschern auch ein Grund für das verringerte Schlaganfallrisiko sein. So belegen zahlreiche Messungen verschiedener Gefäßfunktionsparameter kurz vor, unmittelbar nach dem Saunagang sowie nach einer 30minütigen Ruhephase, dass die Steifigkeit der Gefäße abnimmt und damit der Blutdruck günstig beeinflusst werden kann. Eine generelle Empfehlung für häufiges Saunieren sprechen die Wissenschafter trotzdem nicht aus. "Menschen mit kardialen Vorerkrankungen sollten unbedingt mit ihrem Arzt Rücksprache halten, ob und in welchem Ausmaß Saunabesuche für sie möglich sind", meint Willeit.

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