Siemens kämpft weiter mit schwachem Kraftwerksgeschäft

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Das Ergebnis nach Steuern stieg daher von knapp 1,5 Milliarden auf 2 Milliarden Euro. Die Börse ist positiv überrascht. Bisher hatte die Prognose bei 7,20 bis 7,70 Euro je Aktie gelegen.

München, Wien - Der deutsche Elektrokonzern Siemens kämpft mit wachsenden Problemen in der Kraftwerkssparte und sieht sich in seinem massiven Sparkurs bestätigt. Im zweiten Geschäftsquartal verschärfte sich die Krise der Sparte und überlagerte die gute Entwicklung vor allem in der Digitalisierungs- und der Zugsparte.

"Die Division Power and Gas, die für 15 Prozent unseres Umsatzes steht, agiert weiterhin in einem enorm wettbewerbsintensiven Markt", sagte Siemens-Finanzvorstand Ralf Thomas. Siemens will in der Kraftwerkssparte weltweit tausende Jobs kappen. Zuvor hatte der Konzern nach zähem Ringen mit Arbeitnehmervertretern die Einigung auf Eckpunkte für die Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan für die Sparte bekanntgegeben. Nicht berücksichtigt sind öffentliche Einrichtungen wie Kommunen oder Kliniken.

Zwischen Jänner und März drückte das kriselnde Kraftwerksgeschäft auf das Ergebnis im industriellen Kerngeschäft des Konzerns, das im Jahresvergleich um 8 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro schrumpfte. Unter dem Strich schnellte der Gewinn des Konzerns aber dank eines Buchwertgewinns um 39 Prozent auf gut 2 Mrd.

Im zweiten Quartal profitierte Siemens von einem Buchgewinn von 900 Millionen Euro durch die Übertragung der 11,8-Prozent-Beteiligung am IT-Dienstleister Atos an den eigenen Pensionsfonds.

Auch die Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr (30. September) hob das Unternehmen an. Unter dem Strich peilt Siemens jetzt 6,5 bis 6,8 Mrd.

Der Umsatz stagnierte bei 20,1 Milliarden Euro. Dabei bekam Siemens starken Gegenwind durch Währungseffekte zu spüren. Der Auftragseingang ging aufgrund einer geringeren Zahl von Großaufträgen um ein Prozent auf 22,3 Milliarden Euro zurück. Es sei jedoch "naiv" zu glauben, dass die hohen Wachstumsraten auf Dauer so beibehalten werden könnten.

In der Kraftwerkssparte schrumpften Auftragseingang und Umsatz zwischen Januar und März jeweils kräftig, und das Ergebnis brach um fast drei Viertel ein. "Mit der Anhebung unserer Jahresprognose demonstrieren wir unseren Anspruch an die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, den Strukturwandel zu meistern und die digitale Industrie zu gestalten", sagte Vorstandschef Joe Kaeser.

Es kracht und stinkt nicht in dieser Vorzeigefabrik.

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