FT - Sika legt Übernahmestreit mit Saint-Gobain bei

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Urs Burkhard, Vertreter der Erbenfamilie, sagt im Namen der Sika-Gründerfamilie: "Wir freuen uns, dass Saint-Gobain als ein wichtiger Kunde von Sika nunmehr grösster Aktionär der Gesellschaft wird".

Saint-Gobain kauft wie geplant Stimmenanteile an Sika. In ihr sind die Namenaktien der Familie Burkard gebündelt. Die Burkards halten zwar nur gut 17 Prozent des Kapitals, aber die Mehrheit der Stimmrechte. Danach erwerbe Sika selbst aber einen Teil der eigenen Aktien von Saint-Gobain. Fr.an das Schweizer Bauchemieunternehmen. Im Falle eines Verkaufs werden die Franzosen laut einer Übereinkunft die Titel zuerst Sika anbieten. Der Sika-Verwaltungsrat plant zudem, die Aktienstrukturen zu vereinfachen. Sika wird laut Mitteilung eine Generalversammlung einberufen, um eine Einheitsaktie einzuführen. Damit wird Sika zu einer reinen Publikumsgesellschaft. Der Kaufpreis beträgt 3,22 Mrd. Fr. kosten. Das ist die Summe, die sie für die SWH bezahlt. Im Vergleich mit dem im Dezember 2014 vereinbarten Preis entspricht das einer Zunahme von 500 Mio. Fr. Darin spiegelt sich die Wertsteigerung von Sika.

Einigen sich Sika und Saint-Gobain tatsächlich, geht eine seit Dezember 2014 laufende Auseinandersetzung zu Ende, die ein Heer von Beratern und auch Gerichte beschäftigt hat. Nun haben sich die Parteien also kurz vor einem rechtskräftigen Urteil geeinigt. Besonders diese Regelungen in den Statuten von Sika hatten die Grundlage für den jahrelangen Rechtsstreit zwischen Verwaltungsrat und SWH gebildet. Damals hatte die Familie beschlossen, die Schenker-Winkler-Holding (SWH) an Saint-Gobain zu veräussern. Einem Insider zufolge deutet aber vieles darauf hin, dass Sika mit den Transaktionen Saint-Gobain auf längere Sicht los werde. Unzufrieden waren sich auch mit der hohen Prämie, welche die Familie indirekt für ihre Namenkaktien erhielt. Ab der Generalversammlung im Juli 2015 beschränkte der Verwaltungsrat mit Berufung auf die sogenannte Vinkulierungsbestimmung in den Statuten das Stimmrecht der Sika-Erben in entscheidenden Fragen auf 5%. Der französische Industriekonzern Saint-Gobain gibt den Kampf auf. Erfolglos versuchte die Familie, die Stimmrechtsbeschränkung für nichtig zu erklären. Die Auseinandersetzung wurde zu einem Gerichtsfall. Das Kantonsgericht Zug hat eine Klage im Oktober 2016 abgelehnt und dem Sika-VR recht gegeben.

Saint-Gobain und die SWH verkauften zudem eine Kapitalbeteiligung von 6,97 Prozent an Sika für einen Gesamtkaufpreis von 2,08 Milliarden Franken. Zudem sollen die 5%-Vinkulierung und das Opting-out abgeschafft werden.

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