So wichtig ist der Iran für den Ölpreis

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Frankfurt (Reuters) - Der Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran befeuert die Ölpreise. Für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im Juni musste bis zu 70,76 Dollar gezahlt werden. In einer Zeit, in der der Ölpreis eine Höhe erklommen hat, wie zuletzt im Herbst 2014, würde jeder Tropfen weniger Produktion den Preis nur noch weiter steigen lassen.

Die USA hatten sich am Vorabend trotz des deutlichen Widerstands europäischer Partner aus dem Atomdeal mit dem Iran zurückgezogen. Die im Rahmen des Abkommens ausgesetzten Sanktionen sollen in voller Härte wieder zum Tragen kommen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und harte Sanktionen gegen das Land angekündigt, ebenso wie gegen alle Staaten, die den Iran beim Streben nach einer Atombombe unterstützten. Daneben droht auch eine Konfrontation Israels und Saudi-Arabiens mit dem Iran. Die USA könnten indes zum größten Ölproduzenten der Welt aufsteigen. Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, werde man mit den großen Produzenten und Verbrauchern innerhalb und außerhalb der Opec sprechen, kündigte er an. Vor einem Jahr tanzt er in Saudi-Arabien den Säbeltanz, jetzt steht eine Entscheidung in Sachen Iran an. Diese 12 Prozent Anteile fehlen nun am globalem Rohölmarkt, verstärken zugleich die Knappheit des wichtigen Rohstoffs weiter und führen zu einer weiteren Verunsicherung im Nahen Osten, einer Region, in der ein Drittel des Weltbedarfs an Öl produziert wird. "Es gibt die Befürchtung, dass die iranischen Ölexporte um etwa eine Million Barrel pro Tag gegenüber dem jetzigen Niveau fallen könnten", sagte Tomomichi Akuta, von Mitsubishi UFJ Research in Tokio. Der größte Einbruch käme allerdings erst 2019, da die Sanktionen erst dann greifen würden. Zum anderen ist die Förderung in dem ölreichen Krisenstaat Venezuela eingebrochen. Zum einen wird es durch die seit Anfang 2017 geltende Fördergrenze des Ölkartells Opec klein gehalten.

Der Iran ist der drittgrößte Exporteur der Gemeinschaft erdölexportierender Länder (Opec) nach Saudi-Arabien und dem Irak.

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