Neue Therapie: Mit Laserfasern gegen Prostatakrebs

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Mediziner um Prof. Manfred Wirth der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden führten das "Tookad-Verfahren" erfolgreich durch. Bei der Operation werden Laserfasern in die vom Tumor befallene Region eingebracht. Das vom Tumor befallene Gewebe stirbt dadurch ab.

Bei Prostatakrebs mit geringem Risiko gibt es jetzt eine schonendere Behandlung.

Laut DGU erkranken jährlich 90.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs.

Radikal angreifen oder nur aktiv abwarten - Prostatakrebs-Therapie für zehntausende Deutsche Männer war bislang "schwarz oder weiß".

"Das ‚Tookad'-Verfahren ist ein Meilenstein der Urologie", berichtet Professor Wirth. Erstmals könnten Patienten in Deutschland mit einem Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom auch risikoarm behandelt werden. Das bisherige Standardverfahren der aktiven Überwachung des Tumors durch regelmäßige ärztliche Kontrollen ohne Therapie aber sei eine fortwährende psychische Belastung. Dresdner Urologen operieren erstmals minimalinvasiv.

Ob die Tookad-Therapie in der Praxis hält, was die Studie verspricht, wird sich dem DGU-Chef zufolge in einigen Jahren zeigen, da das Prostatakarzinom langsam wachse.

Wie funktionert das Verfahren genau?

Lichtquellen mit bestimmter Wellenlänge regen diesen Wirkstoff an. Aufgrund der schonenden Therapie sei es den Patienten bereits am dritten Tag nach der Op möglich, das Krankenhaus zu verlassen, teilt das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit. Neun bis zwölf Monate nach der Operation wird im Rahmen einer Biopsie der Gesundheitszustand des verbliebenen Prostatagewebes ermittelt. Auch Einschränkungen bei der Potenz seien sehr selten. Außerdem sei sie noch nicht für alle Patienten anwendbar. Nur für solche mit einem geringen Risiko sei das Verfahren einsetzbar. "Das Verfahren füllt die Lücke zwischen radikaler Behandlung und aktiver Beobachtung", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Professor Paolo Fornara.

Das Besondere an der neuen Methode ist, dass der Krebs gezielt behandelt werden kann. Die gezielte Zerstörung von Tumorzellen werde in anderen Fachgebieten der Onkologie schon mit Erfolg praktiziert wie etwa der Dermatologie und bei Lungen- oder Blasenkrebs. "Im Schnitt könnten zehn bis 15 Prozent mit guter Prognose von Tookad profitieren", schätzt Fornara. "Wir versuchen, für jeden Patienten die optimale Behandlungsmöglichkeit herauszufiltern", sagte Fornara. Beim lokal begrenzten Prostatakarzinom lägen die Heilungschancen bei 90 Prozent. "Und wir haben nun den Luxus, zwischen vier individuellen Möglichkeiten wählen zu können", resümiert Fornara.

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