Bühnenbildner und Regisseur Karl-Ernst Herrmann tot

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Bei den Erinnerungen an legendäre Inszenierungen von George Tabori, Luc Bondy, Klaus Michael Grüber, Dieter Giesing, Thomas Langhoff, Peter Stein und noch vielen anderen schwingt immer auch das Erinnern an seine Bildwelt mit: Karl-Ernst Herrmann war ebenfalls ein Großer des Theaters. Am Sonntag ist er in Berlin gestorben, wie das Burgtheater mitteilte. Als Ausstatter war Karl-Ernst Herrmann in Salzburg u. a. für Botho Strauß' "Das Gleichgewicht" und Tschechows "Kirschgarten" verantwortlich. Herrmann arbeitete unter anderem für die Bühnen in Stuttgart, Bochum, Zürich, dem Burgtheater und dem Theatre Nanterre Amandiers. Nach drei Monaten als Assistent am Theater Ulm bei Wilfried Minks übernahm er die Ausstattung für die Oper "Das schlaue Füchslein". Dort arbeitete er 1968 mit Claus Peymann an der Freien Volksbühne zusammen.

Im Jahr 1970 gehörte er mit dem Regisseur Peter Stein und Peymann zu den Gründern der Berliner Schaubühne am Halleschen Ufer. Er wirkte an den bedeutendsten Opernhäusern Europas, etwa in Paris, Amsterdam, Venedig, Madrid und Wien, sowie bei den Salzburger Festspielen. Bei seinen Inszenierungen arbeitete er stets mit seiner Frau Ursel zusammen und entwarf die Kulissen, die Kostüme und das Licht. Seit 1989 war Herrmann Mitglied der Berliner Akademie der Künste. Karl-Ernst Herrmann hat auch diese Aufgabe bravourös gemeistert: Der Bühnenbildner und Regisseur ließ die Liebespaare durch eine surreale Traumlandschaft wandeln - und entfaltete dabei eine solche Magie, dass die Produktion jahrelang lief.

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