Reaktionen auf das Trikot-Geschenk an Erdogan "Gefürchteter Rechtsaußen … und Mesut Özil"

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Mit scharfer Kritik reagiert DFB-Präsident Reinhard Grindel auf die Fotos der Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündoğan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan. Für den türkischstämmigen deutschen Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir leisteten sie damit "geschmacklose Wahlkampfhilfe".

Die drei Fußballer trafen Erdoğan im Four Seasons Hotel in London, wo sie signierte Trikots als Geschenk an den Präsidenten überreichten. Gündoğans Trikot mit der Nummer acht war handsigniert: "Mit großem Respekt für meinen Präsidenten".

Deshalb sei es nicht gut, "dass sich unsere Nationalspieler für seine Wahlkampfmanöver missbrauchen lassen. Es sitzt in Berlin, nicht in Ankara".

Am Sonntag begann Erdoğans dreitägiger Großbritannien-Besuch - auf der Tagesordnung stehen die Kooperation und Handelsbeziehungen zwischen den beiden Ländern, auch Gespräche mit Ministerpräsidentin Theresa May und der Queen sind geplant. Politisch, da Erdoğan vorgeworfen wird, die Pressefreiheit zu beschneiden, Journalisten und Oppositionelle verhaften zu lassen. Etwa 1,5 Millionen in Deutschland lebende Türken sind wahlberechtigt, hierzulande ist Erdoğan der Wahlkampf untersagt. Unmittelbar davor die Nähe des türkischen Präsidenten zu suchen, erscheint zumindest ungeschickt. Die Mittelfeldstars seien "sich der Symbolik und Bedeutung dieses Fotos nicht bewusst" gewesen: "Aber natürlich heißen wir die Aktion nicht gut und besprechen das mit den Spielern".

Mit politischen Äußerungen halten sich Özil und Gündoğan, die türkische Wurzeln haben und in Gelsenkirchen geboren wurden, üblicherweise zurück.

Özil spielt seit 2013 für Arsenal als offensiver Mittelfeldspieler oder Flügelstürmer. "Daher will ich mich nicht einmischen".

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