Fußball: Nach Schock definiert HSV seine Zukunft

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Die erste Schock in den Reihen des HSV ist verdaut. Man arbeite "ab jetzt intensiv an dem klaren Ziel, bestmöglich vorbereitet in die nächste Saison zu gehen und den direkten Wiederaufstieg zu realisieren", kündigte HSV-Vorstand Frank Wettstein an. Zentrale Figur ist Trainer Christian Titz. Der Trainer-Nobody holte aus acht Spielen 13 Punkte und sorgte für eine Wiederbelebung des desolaten HSV.

Der Japaner fügt an: "Man kann am Ende sagen, dass das Aufbäumen unter Titz zu spät kam". "Ich hatte den Fokus immer darauf gerichtet, dass wir den Klassenerhalt schaffen können". "Es macht mich stolz, wie sich die Mannschaft dagegen gestemmt hat", sagte der Coach, der in den kommenden Tagen einen Zweijahresvertrag unterschreiben soll.

Vor dem Start in die 2. Bundesliga fehlt auch noch ein Sportvorstand, seit Anfang März die Trennung von Jens Todt erfolgt war.

Insolvenz der Handballer, die Abmeldung des Profi-Eishockey-Teams sowie der Bundesliga-Volleyballerinnen - alles aus finanziellen Gründen und unter Klagen der jeweiligen Klub-Verantwortlichen, dass die Hamburger Wirtschaft ihr Geld lieber in den Profi-Fußball als in andere Top-Sportarten investiert.

Die Tore für die Gastgeber erzielten Aaron Hunt per Elfmeter (11.) und Lewis Holtby (63.). Der Verbleib der Großverdiener ist unwahrscheinlich. Einer blickte derweil schon weiter: Kapitän Gotoku Sakai sagte nach Schlusspfiff: "Ich habe für mich entschieden, hier zu verlängern und in der 2. Liga zu spielen". In den Griff bekommen muss der HSV jedenfalls den gewaltbereiten Teil seiner Fans, die am Samstag ausrasteten. Als der Abstieg nicht mehr abzuwenden war, hatten Gewalttäter durchgedreht.

Kurz vor dem Ende ließen einige Anhänger Pyrotechnik zünden und steckten Pappen an. Hundertschaften der Polizei kamen aufs Feld. Er habe nie gedacht, dass der HSV, "solange ich lebe, einmal absteigen würde". "Ich bin schon ein bisschen traurig".

Die bundesweit bekannte Uhr der Norddeutschen läuft vorläufig weiter. Sie soll künftig wohl auf die Dauer des 130-jährigen Vereinsbestehens umgestellt werden.

Der Schriftzug "In der Bundesliga seit:" wurde durch den Slogan "Tradition seit" ersetzt. Der Hamburger SV hat das Fußball-Wunder verpasst und steigt erstmals in seiner 55-jährigen Bundesliga-Geschichte in die Zweitklassigkeit ab.

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