US-Autor Tom Wolfe mit 87 Jahren gestorben

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Revolutionär des Journalismus, großer Romancier und grandioser Selbstdarsteller: Der US-Schriftsteller Tom Wolfe ist tot. Demnach ist der bekannte Journalist und Autor bereits am Montag im Alter von 87 Jahren in einer Klinik in Manhattan verstorben. Zu seinen bekanntesten Werken gehört der Roman "Fegefeuer der Eitelkeiten". Sein Markenzeichen bis ins hohe Alter: ein cremefarbener Anzug. Langsam, aber stolz und aufrecht. Der Autor des Erfolgsromans "Fegefeuer der Eitelkeiten" starb zu Wochenbeginn in einem New Yorker Krankenhaus. Zwischendurch hatte er sich immer mal wieder zurückgemeldet, streitlustig wie eh und je. 2016 griff er in "Das Königreich der Sprache" beispielsweise Charles Darwins Evolutionstheorie und den Literaturwissenschaftler Noam Chomsky an. Auf der einen Seite verkaufte er Millionen Bücher und scharte eine treue Fangemeinde um sich, auf der anderen Seite legte er sich immer wieder mit dem literarischen Establishment an.

An seinem Status als "erster Pop-Journalist" (Guardian) und zumindest Miterfinder des New Journalism - einer Strömung, die Literarisches und Nichtfiktionales mischt, - wagte kaum einer zu rütteln. Spätestens seit dem Weltbestseller "Fegefeuer der Eitelkeiten" galt Wolfe als fester Teil des Literatur-Olymp.

Der 1931 im US-Bundesstaat Virginia geborene gelernte Reporter arbeitete daneben auch als Stil- und Gesellschaftskritiker. "Wenn die meisten Schriftsteller ehrlich mit sich selbst wären, gäben sie zu, dass sie nur das erreichen wollen: Vorher nahm sie niemand wahr, jetzt schon". Sein Studium absolvierte er an der Elite-Universität Yale, bevor er eine Karriere als Journalist begann. Das Werk über die Geldgier von Wall-Street-Bankern und Kredithaien erschien Mitte der 1980er-Jahre zunächst als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift "Rolling Stone", wurde dann als Roman ein Welterfolg und mit Tom Hanks, Melanie Griffith und Bruce Willis verfilmt. Später kamen Erfolge wie "Ein ganzer Kerl" und "Ich bin Charlotte Simmons" hinzu, sowie zahlreiche Reportagen und Essays.

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