Anne Frank schrieb Nazi-Witze in ihr Tagebuch

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Auf der Seite 78 des Tagebuchs habe Frank "geschmiert".

Solche Zoten waren "Kriegsklassiker", sagt der Wissenschaftler des Huygens-Institut für niederländische Geschichte, Peter de Bruin. Auf den bislang verborgenen Seiten sei auch eine Passage über Sexualität und Prostitution enthalten.

"Die Texte sagen uns nicht wirklich etwas Neues über Anne Frank", kommentierte der Direktor der Anne Frank Stiftung, Ronald Leopold, die Enthüllung. Im originalen Tagebuch bleiben die zwei Seiten aber verklebt, da Anne es so wollte. Er geht davon aus, dass sie diese Witze im Radio oder von ihrem Vater aufgeschnappt hat. "Viel Neues" würde man zwar über nicht über das 13-jährige Mädchen erfahren, jedoch verdeutlichen die Seiten, dass es sich bei ihr um ein einfaches Mädchen in der Pubertät handelte. Aber ihr Stil verrät doch viel über die beginnende Schriftstellerin.

Sie wollte einen Roman schreiben, mit dem Titel "Das Hinterhaus". Daher redigierte sie später alle Texte und schrieb große Passagen neu. "Wahrscheinlich hatte sie Angst, dass jemand das lesen könnten", vermutet Direktor Leopold. Zugleich beleuchten sie den schrillen Kontrast zu der großen Bedrohung im Hinterhaus an der Prinsengracht und machen den unmenschlichen Terror bis heute fühlbar. Hunderte von Seiten umfasste das Tagebuch, das nach dem Krieg vom einzigen Überlebenden der Familie, Anne Franks Vater Otto, veröffentlicht wurde.

Im August 1944 wurden die Franks verraten und von den Nazis deportiert. Anne starb im Alter von 15 Jahren 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen. 1947 veröffentlichte er Annes Texte erstmals. "Wir fanden, dass alle Texte dokumentiert werden mussten". "Ihr Tagebuch gehört zum Weltkulturerbe der Unesco".

Aus diesem Grund wird 2019 eine wissenschaftliche Ausgabe mit den Passagen veröffentlicht. Immerhin hat sie Seite 78 und 79 des Tagesbuchs mit braunem Packpapier verklebt, um sie vor neugierigen Augen zu verbergen.

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