Gottesdienst erinnert an Opfer von Bahnunglück in Bayern

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Der Sohn eines der Opfer des Zugunglücks im schwäbischen Aichach erhebt gegenüber der Deutsche Bahn schwere Vorwürfe.

Der Fahrdienstleiter, gegen den wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt wird, sagte bei der Polizei inzwischen ausführlich über den Unfall aus. Laut Medienberichten sei er abgelenkt gewesen, wodurch er die Gleise verwechselt haben soll. Laut einer Vorabmeldung des Magazins "Der Spiegel" vom Freitag hätte der Personenzug eigentlich auf Gleis eins einfahren sollen, wurde jedoch durch eine manuelle Weichenstellung irrtümlich auf Gleis zwei geleitet und fuhr auf den dort stehenden Güterzug auf.

Lokführer Pavel B. (†37) und die siebenfache Mutter Inge S. (†73) starben, als die Regionalbahn BRB 86696 um 21.16 Uhr auf Gleis zwei des Aichacher Bahnhofs auf einen Güterzug prallte.

Auf Gleis 2 kam es zur Tragödie am vergangenen Montag. "Wir alle machen andauernd Fehler", erklärte er in dem sozialen Netzwerk. Er wünsche ihm stattdessen, dass er sich selbst verzeihen könne.

Der Deutschen Bahn und "den politisch Verantwortlichen für die Investitions- und Sicherheitsentscheidungen der Bahn" drohte der Airbus-Produktmanager Konsequenzen an.

Demnach schrieb er: "Es kann nicht sein, dass mein Auto mich vor allen möglichen Gefahren und meinen und den Fehlern anderer automatisch schützt, während die Bahn für das Leben hunderttausender Kunden täglich nicht mehr tut, als die Verantwortung für sie auf die Fahrdienstleiter zu schieben und sie mit Technik aus dem letzten Jahrtausend alleinzulassen". Er will es sich zur Lebensaufgabe machen, dass alle Stellwerke und Bahnübergänge auf den neuesten Sicherheitsstand nachgerüstet werden.

Derweil sammelt die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Spenden für die Familie von Pavel B. In einer Traueranzeige auf Facebook heißt es: "Pavel war ein toller Kollege, ein gewissenhafter Eisenbahner, ein engagierter Gewerkschafter". Der 37-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

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