Kritik an Israel wegen der Toten in Gaza

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In Istanbul gingen noch am Montagabend mehrere Tausend Menschen auf die Strasse, um gegen Israel zu protestieren. Das türkische Außenministerium forderte Israels Botschafter auf, "für einige Zeit" das Land zu verlassen.

Israel hat sich bei der Gewalt in Gaza mit mehr als 50 getöteten Palästinensern und Hunderten Verletzten nach Einschätzung der USA "zurückgehalten".

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das Vorgehen Israels als "Genozid" bezeichnet. Das sagte die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats. Das kleine Golf-Emirat Katar dagegen, das mit Saudi-Arabien seit einem Jahr in Streit liegt, kritisiert die "brutale Mordmaschine" der Israelis. Das Emirat hat in den vergangenen Jahren mehrere Hundert Millionen Dollar in den Wiederaufbau des Gazastreifens gesteckt, ein Engagement, das von seinen regionalen Gegnern nicht gerne gesehen wird. Auch Katar und der Iran setzen sich als Sachwalter der palästinensischen Anliegen in Szene. Nach den Todesschüssen von Gaza verdammte die Regierung in Teheran ausdrücklich die "arabischen Kollaborateure" von USA und Israel. Hamas-Funktionäre erfreuen sich zudem guter Kontakte zur türkischen Regierung. Auch Jordanien und Ägypten haben die eskalierende Gewalt im Gazastreifen ebenfalls verurteilt. Aber das ist nicht einfach.

Die türkische Regierung hat nach dem israelischen Botschafter in Ankara auch den Generalkonsul des Landes in Istanbul zur Ausreise aufgefordert. Riad hofft auf Zugeständnisse der Israelis etwa in der Siedlungsfrage, um eine Annäherung an Israel rechtfertigen zu können.

Der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas warf Israel ebenfalls "Massaker" vor. Nach dem blutigen Tag in Gaza stehen die Chancen dafür noch schlechter als vorher.

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