Merkel erneuert USA-Kritik - betreibt aber auch Kuschelkurs

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EU-Ratschef Tusk ließ seinem Ärger über Trump freien Lauf. Gleichzeitig würde es regeln, dass die europäischen Unternehmen für Verluste entschädigt werden.

Dazu wollen sich die Außenminister Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens sowie die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini mit dem iranischen Außenminister Mohammad Dschawad Sarif am Dienstag in Brüssel treffen. Dabei geht es dem Land vor allem darum, weiterhin von der Rücknahme von Sanktionen zu profitieren.

Berlin (Reuters) - Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht durch die amerikanische Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran eine Zäsur in den transatlantischen Beziehungen. Dies hatte der Iran im Gegenzug für den Verzicht auf die Fortführung seines militärischen Atomprogrammes versprochen bekommen. "Wenn man sich die jüngsten Entscheidungen von Präsident Trump ansieht, könnte man denken: "Mit solchen Freunden, wer braucht da noch Feinde?", sagte er".

Er forderte eine "geschlossene europäische Front" zum Atomabkommen mit dem Iran. "Aber wir glauben trotzdem, dass wir mit dem Abkommen bessere Voraussetzungen hätten, mit Iran über weitere Abkommen zu sprechen als ohne Abkommen, das einstimmig im UN-Sicherheitsrat beschlossen wurde", sagte sie. Auch sollten sich die EU-Staaten darauf vorbereiten, US-Sanktionen entgegenzutreten, falls ihre Unternehmen wegen Geschäften mit dem Iran von den USA abgestraft werden sollten. Vor dessen Wahl zum US-Präsidenten hatte er den Satz fallen lassen, ein Donald sei in der internationalen Politik völlig ausreichend. Wie diese Firmeninteressen geschützt werden sollen, wollen die 28 EU-Staats- und Regierungschefs nach Angaben aus EU-Kreisen am Mittwoch beraten. Dies soll auch die Autobahn von Nis nach Pristina sowie den sogenannten "Blue Highway" betreffen, der Kroatien, Montenegro und Albanien miteinander verbinden soll. Mit Serbien und Montenegro laufen bereits Beitrittsverhandlungen.

Diese Nachricht wurde am 15.05.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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