Todesopfer bei Gewalt im Gazastreifen - Palästinenser wollen erneut protestieren

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Im Gazastreifen kam es parallel zu gewaltsamen Protesten, bei denen israelische Soldaten mehr als 50 Palästinenser erschossen. Das UN-Menschenrechtsbüro kritisierte Israel scharf. Warum die Israelis nicht auf andere Mittel zurückgriffen, um die Menschen vom Zaun fernzuhalten, ist unklar.

Es war der schlimmste Gewaltausbruch seit langem: Während Israel gestern die Staatsgründung vor 70 Jahren und die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem feierte, eskalierte im abgeriegelten Gaza-Streifen die Gewalt: Schon Stunden vor der Zeremonie mit 800 geladenen Gästen kam es zu heftigen Protesten von Palästinensern mit vielen Toten.

Nach den blutigen Zusammenstößen an der Gaza-Grenze hat der UN-Sicherheitsrat über die Lage beraten. Die Palästinenser beklagen ihre Toten. Die israelische Regierung stufte die Demonstrationen am Grenzzaun als "Teil des bewaffneten Konflikts zwischen dem israelischen Staat und der Terrororganisation Hamas" ein.

Nach Angaben des israelischen Militärs habe es zahlreiche Versuche gegeben, die Grenze zu durchbrechen. Dieser historische Moment sei "dem Mut einer Person" zu verdanken: US-Präsident Donald Trump. Er ordnete drei Tage Trauer für die am Montag getöteten Palästinenser an.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanyahu rief am Sonntagabend alle Länder dazu auf, ihre Vertretungen ebenfalls nach Jerusalem zu verlegen. Ähnlich äußerte sich Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Die Türkei und Südafrika haben ihre Botschafter für Konsultationen abgezogen, in Irland wurde der israelische Botschafter einbestellt.

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte das Vorgehen Israels im Gazastreifen zuvor als "Genozid" bezeichnet.

International gab es zum Teil harte Kritik am Vorgehen Israels. Zuerst bestellte Ankara den israelischen Botschafter Eitan Naeh ein.

Auch Russland und China äußerten ihre Besorgnis angesichts der Gewalt. Eine unabhängige Untersuchung dazu gibt es nicht. Jeder Mensch habe das Recht auf friedlichen Protest, sagte der deutsche Regierungssprecher Steffen Seibert.

Belgien hat die israelische Botschafterin in Brüssel nach einer umstrittenen Äußerung zur Gewalt im Gazastreifen ins Außenministerium zitiert.

Entlang des Gazastreifens bereitet man sich auf neue Auseinandersetzungen vor.

" 1.204 Menschen sind durch scharfe Munition verletzt worden, 13 durch Gummigeschosse, 133 durch Splittergeschosse und 837 durch den Einsatz von Tränengas", sagte al-Qedra, der Israel eines Massakers an "schutzlosen Menschen" beschuldigte. Dieses dürfe aber nicht missbraucht werden, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin.

Israel macht die radikalislamische Hamas für "die beispiellose Gewalt" verantwortlich, die Streitkräfte seien gezwungen, darauf zu reagieren. "Israel hat das Recht, sich zu verteidigen, muss aber zeigen, dass es nicht nur an Sicherheit, sondern an Frieden mit den Palästinensern interessiert ist", sagte Wadepuhl.

Der Palästinensischen Autonomiebehörde warf Sawahiri in der Botschaft demnach vor, ein "Verkäufer Palästinas" zu sein. Der Status von Jerusalem könne nur im direkten Dialog "zwischen der israelischen und der palästinensischen Führung gelöst werden".

Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) hat indes die Teilnahme des österreichischen Botschafters in Israel, Martin Weiss, an einem Empfang des israelischen Außenministeriums vor der Einweihung der US-Botschaft in Jerusalem verteidigt.

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