Ecuador schützt Assange mit millionenschwerem Überwachungsprogramm

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Das Verhältnis zwischen Assange und seinen ecuadorianischen Gastgebern verschlechterte sich demnach auch, weil der Wikileaks-Gründer sich Zugang zum internen Netzwerk der Botschaft verschaffte.

ECUADOR Ecuador hat nach Informationen des Guardian ein millionenschweres Überwachungsprogramm für Wikileaks-Gründer Julian Assange in seinem Londoner Botschaftsexil aufgelegt. Die Dokumente zeigten, dass der Gründer der Enthüllungsplattform aus Sicht seiner Bewacher in seinem Exil mehreren Bedrohungen ausgesetzt sei.

Als eine Gefahrenquelle gilt demnach die britische Polizei, der zugetrautwird, dass sie unter einem medizinischen Vorwand in die Botschafteindringen und Assange festnehmen könnte.

Eine Sicherheitsfirma sei damit beauftragt worden, Assanges Aktivitäten in der Botschaft zu überwachen und zu dokumentieren, wen er zu Besuch empfing.

Die Geheimdienstmission diente ursprünglich dem Schutz des Australiers vor den britischen Behörden, wie die britische Zeitung am Mittwoch berichtete. Dafür sei für umgerechnet 3200 Euro im Monat eine Wohnung nahe der Botschaft angemietet worden.

Assange hatte sich 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, umsich vor einer seiner Meinung nach drohenden Auslieferung an die USA zuschützen.

Als Assange in die Botschaft flüchtete, lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, nach Skandinavien und dann an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft jedoch überraschend ihre Ermittlungen ein. Denn sollte Assange jemals die Botschaft verlassen, könnte Großbritannien ihn wegen der Verletzung der Kautionsbedingungen in Haft nehmen.

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