Ministerpräsident gratuliert Al-Sadr zum Wahlsieg

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Bagdad - Iraks Ministerpräsident Haidar al-Abadi hat dem schiitischen Geistlichen Muktada al-Sadr zum Sieg bei der Parlamentswahl gratuliert. Die ersten Auszählungsergebnisse wurden von den turkmenischen und arabischen Gemeinschaften infrage gestellt. Nach einer Mitteilung der Wahlkommission deuten erste Ergebnisse aus Kirkuk auf einen Sieg der Kurdenpartei Patriotische Union Kurdistans (PUK) hin. Das Endergebnis und die Verteilung der Parlamentssitze hat die Wahlkommission noch nicht verkündet.

Sollte sich die Tendenz bestätigen, hätte Sadr ein überraschendes Comeback geschafft. Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein 2003 bekämpfte seine Mahdi-Armee die amerikanischen Invasionstruppen.

Osnabrück. Vor dem Hintergrund des Wahlsiegs des Geistlichen al-Sadr im Irak fordern die Grünen die Bundesregierung auf, sich in dem Land stärker diplomatisch zu engagieren. In den vergangenen Jahren wandelte er sich zu einem der schärfsten Kritiker des politisch.

Da der einflussreiche Kleriker Muktada Al-Sadr zur Regierungsbildung voraussichtlich auf Koalitionspartner angewiesen ist, rief er die anderen Parteien zu Gesprächen über die Bildung eines Kabinetts auf. Seine Anhänger drangen in das Parlament ein und verwüsteten den Plenarsaal.

Das Bündnis des ehemaligen schiitischen Unruhestifters Muktada al-Sadr und der Kommunisten hat die Wahlen im Irak gewonnen. "Bagdad wird frei, raus mit dem Iran", skandierte die Menge und ließ ihr Idol hochleben, den charismatischen Prediger Moktada al-Sadr. Darunter auch Bagdad, wo die meisten Sitze zu vergeben sind. Die Milizen gelten als verlängerter Arm des Irans. Die eng mit den Schiitenmilizen verbundene Liste des Politikers Hadi al-Amiri kommt ebenfalls in vier Provinzen auf Platz eins, darunter in der Großstadt Basra im Süden des Iraks.

Als Favorit galt eigentlich der amtierende Ministerpräsident Haider al-Abadi, der mit dem Sieg über den sogenannten Islamischen Staat (IS) Wahlkampf machte. Der 66-Jährige versprach zudem, sich für einen Ausgleich zwischen der Mehrheit der Schiiten und der Minderheit der Sunniten einzusetzen. Der Regierungschef ist seit fast vier Jahren im Amt.

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