Nassar-Opfer erhalten 500 Millionen Dollar Entschädigung

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Der ehemalige US-Sportmediziner Larry Nassar sitzt bereits wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs im Gefängnis, nun werden seine Opfer entschädigt. Nassar hatte sich schuldig bekannt und ist wegen des hundertfachen Missbrauchs von Athletinnen verurteilt.

Mädchen und Frauen, die vom Nationalmannschaftsarzt Nassar sexuell missbraucht wurden, erhalten von der Michigan State University eine Entschädigung.

Opferanwalt John Manly lobte, die "historische Einigung" sei dem Mut der mehr als 300 Frauen und Mädchen zu verdanken, die sich getraut haben, darüber zu sprechen, was ihnen angetan wurde.

Die Zahlung wird die in den US-Bundesstaaten Michigan und Kalifornien eingereichten Klagen begleichen, die behaupten, die Michigan State University habe es versäumt, Patienten vor dem sexuellen Missbrauch durch Nassar zu schützen. Er fügte hinzu: "Es ist die aufrichtige Hoffnung aller Überlebenden, dass das Vermächtnis dieser Regelung weitreichende institutionelle Reformen nach sich ziehen wird, welche die Bedrohung durch sexuelle Übergriffe in Sport, Schulen und in unserer gesamten Gesellschaft beenden werden". Die 2017 bekannt gewordenen Missbrauchsvorwürfe gegen ihn reichen bis in die 1990er-Jahre zurück. In Folge des Skandals trat der komplette Vorstand des US-Turnverbandes zurück. Zu den Frauen, die er missbrauchte, gehörten auch die Olympiasiegerinnen Alexandra Raisman, McKayla Maroney und Simone Biles. Auch strafrechtliche Ermittlungen gegen die Universität im Zusammenhang mit Nassars kriminellem Verhalten werden durch die Einigung nicht aufgehoben.

Damit legt die Universität, bei der Nassar angestellt war, einen Rechtsstreit mit Klägerinnen außergerichtlich bei. Forderungen gegen den US-Turnverband (USA Gymnastics) und andere verwickelte Individuen seien hiervon nicht berührt. Das Strafmaß könnte aufgrund der Vielzahl der einzelnen Fälle bis zu 175 Jahre betragen. Zuvor war im Dezember wegen Besitzes von Kinderpornografie eine Gefängnisstrafe von bis zu 60 Jahren gegen ihn verhängt worden.

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