Vom Stahl bis zum Whiskey: Vergeltungszölle auf US-Waren kommen im Juli

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Nachdem sich die USA im Streit um Zölle auf Aluminium und Stahl unnachgiebig gezeigt haben, folgt nun die Antwort der EU: Ab Juli sollen Gegenzölle auf US-Waren in Kraft treten, teilte die Kommission mit.

Mit den neuen Zöllen haben die USA einen Handelsstreit vom Zaun gebrochen.

Wie die Europäische Union planen auch Mexiko und Kanada Vergeltungszölle gegen die höheren Abgaben in den USA. Die noch notwendigen Vorbereitungen sollten in Abstimmung mit den Mitgliedsstaaten bis Ende des Monats abgeschlossen werden, erklärte Vizekommissionspräsident Maros Sefcovic in Brüssel.

Die USA erheben seit dem 1. Juni 25 Prozent Zoll auf Stahl- sowie zehn Prozent auf Aluminium-Importe. Die EU hatte zu diesem Zweck bereits vor Wochen eine Liste mit US-Waren erstellt.

"Die Anwendung der Ausgleichszölle steht voll im Einklang mit den WTO-Regeln", betonte Sefcovic. Die Zölle seien eine "maßvolle und angemessene Antwort auf eine unilaterale und illegale Entscheidung" der USA.

Die Liste von US-Waren umfasst neben Stahlprodukten auch Bourbon-Whiskey, Erdnussbutter, Motorräder von Harley Davidson und Levi's-Jeans. Dies hätten die Kommissare auf ihrem wöchentlichen Treffen beschlossen. Die EU reagiert damit auf die Einführung von US-Sonderabgaben auf Stahl- und Aluminiumprodukte. Für die Einfuhr von Schweinefleisch, Äpfel und Kartoffeln beträgt die Rate 20 Prozent, für bestimmte Sorten von Käse und Bourbon-Whiskey 20 bis 25 Prozent. US-Präsident Donald Trump lässt zudem inzwischen auch Zölle auf europäische Autos und Autoteile offiziell prüfen. Pikant: Die EU wählte vor allem Produkte aus, deren Hersteller in den Bundesstaaten prominenter republikanischer Politiker liegen. Sie haben 2017 fast eine halbe Million Fahrzeuge in die USA exportiert.

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