Neue Regelung geplant - Ministerium will HIV-Selbsttests frei zugänglich machen

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Ein Selbsttest soll helfen. Die dafür notwendige Änderung der Medizinprodukte-Abgabeverordnung hat Gesundheitsminister Jens Spahn angekündigt, wie die Deutsche AIDS-Hilfe mitteilt. Dies berichtet die Funke-Mediengruppe am Freitag unter Berufung auf das Ministerium. Wenn man den Selbsttest einfach in der Apotheke, der Drogerie oder im Online-Handel kaufen können, motiviere das, sich früher oder häufiger auf HIV zu testen.

Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest zeigt ein Streifen an, ob eine HIV-Infektion vorliegt - nur eben per Bluttest. Andere wiederum hätten bei Unsicherheit die Chance auf schnelle Gewissheit, nicht infiziert zu sein. Experten schätzen nämlich, dass sich aktuell etwa 13.000 Deutsche mit dem Virus angesteckt haben ohne dass sie das wissen.

Diese Nachricht wurde am 08.06.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

Das Angebot, den HIV-Test selbst zu Hause durchzuführen, könne die Hemmschwelle senken, erklärt Sylvia Urban, Vorstandsmitglied der Deutschen Aids-Hilfe. Zudem können die Infizierten das Virus unwissentlich weitergeben.

Das Bundesgesundheitsministerium will gesetzlich regeln, dass ab Herbst in Deutschland der HIV-Selbsttest frei verkäuflich ist und für jedermann zugänglich.

Dabei hat Spahn jene Risikogruppe im Blick, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen.

Schätzungsweise 12.700 der Infizierten haben keine Ahnung von ihrer Ansteckung, weil sie noch nicht getestet wurden. Mit späten Diagnosen sind auch höhere Behandlungskosten und eine höhere Sterblichkeit verbunden. Die Betroffenen leiden oft an Aids-Symptomen wie zum Beispiel durch Pilze verursachten Lungenentzündungen. Der HIV-Selbsttest für alle soll insbesondere die Leute mit einbeziehen, die trotz umfangreicher Testangebote derzeit nicht erreicht werden können.

Bisher dürfen Tests in Deutschland unter anderem an Ärzte, Gesundheitseinrichtungen und Beratungsstellen abgegeben werden. Wichtig: Wer den Selbsttest durchführen möchte, sollte sich vorher gut informieren, welche Fabrikate geeignet sind, wie er durchzuführen ist und wie die Ergebnisse zu interpretieren sind. Das Testergebnis sei zwölf Wochen nach einer möglichen Übertragung zuverlässig, erklärte die Expertin.

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