Deutsche Post trennt sich von Vorstand Jürgen Gerdes

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Statt den Anlegern reinen Wein einzuschenken, weshalb man sich im April zu einem Vorstandsumbau veranlasst sah, speisten die Chefs von Vorstand und Aufsichtsrat die Öffentlichkeit ab mit rosaroten Erfolgsgeschichten.

Wer die Mitteilungen von vor zwei Monaten ernst nahm, dürfte sich nun mächtig an der Nase herumgeführt fühlen. "Jürgen Gerdes hat mehr als ein Jahrzehnt sehr erfolgreich die Division Post - eCommerce - Parcel geführt und damit einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der strategischen Ziele des Konzerns geleistet", jubelte Chefkontrolleur Wulf von Schimmelmann damals über den Vorstandsumbau. "Ich bin überzeugt, dass er dem Unternehmen in seiner neuen Rolle wichtige Perspektiven für die Zukunft eröffnen wird". Dabei hatte sich Appel indirekt auch selbst blamiert: Er hatte Gerdes noch im April öffentlich in höchsten Tönen gelobt, als der seinen Posten als PEP-Vorstand aufgeben musste, um sich im Vorstand nur noch um Technikprojekte wie den Elektrolieferwagen Streetscooter zu kümmern.

Erst vor wenigen Wochen war Gerdes zum Vorstand für Innovationen ("Corporate Incubations") ernannt worden. Das kostet den Konzern dieses Jahr inklusive Rückstellungen für ein neues Sparprogramm rund eine Milliarde Euro. Am Freitag hatte die Deutsche Post wegen der Probleme ihr Gewinnziel für 2018 kassiert und ein teures Spar- und Investitionsprogramm aufgelegt. Der Kurs der Post-Aktie war danach um bis zu acht Prozent eingebrochen, ein Desaster.

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