Kurz und Seehofer setzen auf die "Achse der Willigen"

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So sagt es Seehofer, während Kurz nickt.

Österreichs Kanzler Kurz wirbt in Berlin für eine "Achse der Willigen", die die EU-Außengrenzen abdichten sollen - und erhält Rückendeckung von Innenminister Seehofer.

Österreich übernimmt am 1. Juli die EU-Ratspräsidentschaft und hat sich der Stärkung der EU-Außengrenzen verschrieben. Er sei froh, mit Seehofer einen starken Partner in der Sache zu haben. Konkret kündigten Seehofer und Kurz an, Polizisten aus Deutschland und Österreich nach Albanien entsenden zu wollen, um eine neue "Balkanroute" zu verhindern. Es sei wichtig, nicht wie im Jahr 2015 zu warten, bis die Katastrophe vorhanden ist, sondern rechtzeitig gegenzusteuern, ergänzte Kurz.

In Italien scheint man einen Verbündeten in den gemeinsamen Zielen in der Migrationspolitik gefunden zu haben.

Berlin - Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz hofft in der Debatte über eine Sicherung der EU-Außengrenzen auf eine "Achse der Willigen".

Bei einem Telefonat mit Italiens Innenminister Matteo Salvini habe er eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Sicherheit, Terror und Zuwanderung vereinbart. Man wolle auf EU-Ebene intensiver zusammenarbeiten. "Wir brauchen eine Achse der Willigen", fügte der Bundeskanzler hinzu. "Das Dubliner Asylabkommen muss überwunden werden".

Horst Seehofer hat es sich in den Kopf gesetzt, Migranten an der deutschen Grenze zurückzuschicken, wenn sie schon in einem anderen Land der EU einen Asylantrag gestellt haben. Er wolle aber eine Einigung noch in dieser Woche erreichen. Merkel ist hier zurückhaltender. Seine Abwesenheit beim heutigen Migrationsgipfel im Berliner Kanzleramt begründete der Innenminister mit einem Artikel einer Teilnehmerin, die seine Politik in die Nähe des Nationalsozialismus' rücke. Das sei für Seehofer nicht hinnehmbar.

Dieser Satz fand die volle Zustimmung Seehofers: "Sie haben jetzt aus meinem Masterplan zitiert - ohne ihn zu kennen". Der Innenminister bittet die Journalisten um Verständnis, "dass wir gemeinsam zu dieser innenpolitischen Frage heute nicht Stellung nehmen werden". Denn wenn Deutschland einen Teil der Asylsuchenden an der Grenze abwiese, dann blieben diese erst einmal in Österreich.

Seehofer bestätigte erneut, dass er wegen eines Textes einer Teilnehmerin abgesagt hatte. Grenell hatte durch ein Interview mit der rechtskonservativen US-Internetseite Breitbart scharfe Kritik in Deutschland ausgelöst. Kurz nennt Seehofer "geschätzter Herr Innenminister" und präzisiert, es gehe etwa darum, die Grenzschutzagentur Frontex zu stärken. Grenell hatte sich auf Breitbart als "Fan" von Kurz bezeichnet.

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