Sicherer Sex auch für Jungen - BKK VBU übernimmt Kosten der HPV-Impfung

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In Zukunft wird eine HPV-Impfung auch für Jungen empfohlen. Die Impfkommission empfiehlt, Mädchen und Jungen zwischen 9 und 17 Jahren impfen zu lassen. Damit seien Männer die wichtigsten Verbreiter der Infektion.

"Ohne eine Impfung der Jungen können wir nie eine sogenannte Herdenimmunität erreichen", betont zur Hausen. Darüber hinaus seien Männer ja nicht nur Überträger, sondern können sich auch selbst infizieren. "Sie sind abgesehen vom Gebärmutterhalskrebs von allen anderen Erkrankungen genauso, wenn nicht sogar noch mehr betroffen als die Mädchen", sagte Jürgen Riemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Deutschen Krebsstiftung.

Der 82-jährige Krebsforscher hatte einst herausgefunden, dass humane Papillomviren Gebärmutterhalskrebs auslösen und dafür 2008 den Nobelpreis für Medizin erhalten. Inzwischen weiß man, dass HP-Viren für sehr viel mehr Krebsformen verantwortlich sind, insbesondere für Tumore im Mund-und-Rachenbreich, Analkrebs und Peniskarzinome.

Bislang galt die Impfempfehlung jedoch nur für Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren (Nachholimpfung bis 18 Jahre). Für Jungen und Männer waren die Impfstoffe von Anfang an ebenfalls zugelassen. "Werden nun auch Jungen gegen HPV immunisiert, kann die Infektionskette unterbrochen werden". Mit der Folge, dass die Mädchen dann angesteckt werden.

Die HPV-Impfung wird verhältnismäßig wenig in Anspruch genommen. Bei Frauen, die im Rahmen der Zulassungsstudien die Impfung erhalten hatten, wurde kein einziger Fall von HPV-bedingten Krebsarten festgestellt. Im Anschluss prüft der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) binnen drei Monaten die Kostenübernahme seitens der Kasse. Laut Epidemiologischem Bulletin des Robert Koch Instituts aus dem Januar 2018 waren Ende 2015 nur ein Drittel der fünfzehnjährigen Mädchen (31,3 Prozent) vollständig geimpft. Einige Krankenkassen, wie beispielsweise die TK, haben schon jetzt reagiert und übernehmen freiwillig die Kosten für die Impfung.

"Wir wollen den Kampf gegen Krebs in Deutschland entscheidend voranbringen", erklärten Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Dieter Schröder, Vorsitzender des Verwaltungsrats.

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