Streit über "Aquarius"-Flüchtlinge - Rom bestellt französischen Botschafter ein"

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Im Streit zwischen Italien und Frankreich um das Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius" muss der französische Botschafter Christian Masset in Rom zum Rapport. Der hatte vom "Beweis einer Form von Zynismus und einer gewissen Verantwortungslosigkeit der italienischen Regierung" gesprochen.

In Italien hatten zuvor Aussagen des französischen Regierungssprechers für Unmut gesorgt.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte Italien wegen der Weigerung, die Flüchtlinge aufzunehmen, "Zynismus und Verantwortungslosigkeit" vorgeworfen.

Rom reagierte äußerst verärgert: "Italien kann keine scheinheiligen Lehrstunden von Ländern akzeptieren, die es immer bevorzugt haben sich abzuwenden, wenn es um Immigration geht", sagte Innenminister Matteo Salvini von der rechtsextremen Partei Lega dem "Corriere della Sera". Die Regierung in Rom werde ihre Haltung nicht ändern. Von der französischen Regierung erwartet Salvini nach eigenen Worten eine Entschuldigung.

Die 629 Flüchtlinge, die Italien nicht aufnehmen wollte, sind mittlerweile auf dem Seeweg nach Spanien. Die Aquarius sowie zwei italienische Schiffe starteten am Dienstag in Richtung Valencia, wie die Organisation SOS Méditerranée auf Twitter mitteilte.

Die 629 Flüchtlinge hatten seit dem Wochenende auf der Aquarius im Mittelmeer ausgeharrt. Zeit für einen Austausch werden beide Seiten auch danach, in gut zwei Wochen haben: Dann finden die Gipfelberatungen der EU zur Asylpolitik statt. In Sizilien legte am Mittwochmorgen unterdessen ein Schiff der italienischen Küstenwache mit 937 Migranten an Bord an.

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