Weitere Annäherung: Trump will Nordkorea besuchen, Kim die USA - Medien

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Der Preis, den US-Präsident Trump dafür gezahlt hat, ist allerdings äußerst hoch: Er hat den härtesten Diktator unter dieser Sonne nicht nur salonfähig gemacht, er hat sich dazu in seinen eigenen Worten ‚die Ehre gegeben' und Kim auch noch nach Washington eingeladen.

Zuvor hatte sich Trump in einer ungewöhnlich langen Pressekonferenz mehr als eine Stunde lang den Fragen von Journalisten gestellt. Die Welt werde große Veränderungen sehen, sagte er bei der Unterzeichnung einer Vereinbarung. Formell gibt es zwischen Nordkorea und den USA bis heute keine diplomatischen Beziehungen.

Beide Seiten seien sich einig gewesen, dass Frieden, Stabilität und Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel nur schrittweise und durch gleichzeitiges Vorgehen erreicht werden könnten, hieß es in dem KCNA-Bericht weiter. "Ich danke Donald Trump für dieses Treffen", erklärte Nordkoreas Machthaber.

Unterdessen feierte die nordkoreanische Staatsagentur KCNA mit einem Tag Verspätung den "historischen Gipfel" von Singapur.

Er sei sehr stolz darauf, was am Dienstag geschehen sei, sagte Trump bei einem Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un in Singapur. Ihr gemeinsamer Gipfel "beweist, dass echter Wandel möglich ist", ergänzte er. In einem Entgegenkommen hatte Kim im April einen Atom- und Raketenteststopp erklärt und verkündet, sich künftig auf die Wirtschaftsentwicklung konzentrieren zu wollen. Es sollten amerikanische und internationale Inspekteure zum Einsatz kommen.

Trump stellte einen baldigen Friedensschluss in Korea in Aussicht. "Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden", sagte Trump. "Die Vergangenheit muss nicht die Zukunft definieren". "Nordkorea hat großes Potenzial für die Zukunft!" Offenbar haben sich die beiden dabei sogar auf die atomare Abrüstung Nordkoreas geeinigt. Trumps Angebot zur Einstellung der gemeinsamen Militärmanöver der USA mit Südkorea fand ebenso Niederschlag wie die nicht näher definierte Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel.

Nach Angaben von Trump wurden beim Treffen auch Menschenrechtsfragen behandelt.

Nüchterner betrachtet hat der Gipfel beim Thema nukleare Abrüstung zunächst einmal wenig Greifbares hervorgebracht.

Schon zuvor hatte Trump dem nordkoreanischen Machthaber euphorisch gedankt - ebenso per Nachricht auf Twitter.

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