Kurz unterzeichnet in Yad Vashem Abkommen

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Er, Netanjahu, habe den Generalsekretär des israelischen Außenministeriums, Yuval Rotem, angewiesen, die Kontakte zum österreichischen Außenministerium zu intensivieren.

"Wir Österreicher wissen, dass wir für unsere Geschichte verantwortlich sind", sagte der Bundeskanzler weiter. Österreich hat eine historische Verantwortung in Israel und muss für seine Mitverantwortung am Holocaust einstehen - so der Tenor. Kurz sei der erste EU-Politiker, der die Klagemauer besucht und sich dabei nicht gescheut habe, die Presse dabei zu haben, heißt es im israelischen Außenministerium. Israel boykottiert Minister der rechtspopulistischen Partei FPÖ, mit der Kurz in einer Koalition regiert.

Schließlich wolle er "Sebastian" noch sagen, wie "bewegt" er war, "wie bewegt viele Israelis, weil du tatsächlich Dinge nach vorwärtsbringst" - so auch die Beziehungen zwischen Israel und Österreich, sagte Netanyahu am Ende seines Statements. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat Israel mehrfach besucht und betont, dass Antisemitismus und Rassismus keinen Platz in der Partei hätten. Dieses ermöglicht die Wiederaufnahme der Kooperation im Wissenschaftsbereich zwischen Österreich und Israel. Israel ist die Örtlichkeit deshalb so wichtig, weil es Jerusalem und nicht Tel Aviv als seine Hauptstadt betrachtet.

Netanyahu zu Kurz: Wahrer Freund Israels und des jüdischen Volkes.

Bei einem Treffen von Bundeskanzler Sebastian Kurz mit Israels Premier Benjamin Netanjahu am Montag wurden die bilateralen Beziehungen zwischen Österreich und Israel vertieft. Dennoch gehörte Österreichs Botschafter zu den nur vier EU-Vertretern, die neulich in Jerusalem an Feierlichkeiten aus Anlass der amerikanischen Botschaftsverlegung teilgenommen hatten. Rund 800 Holocaust-Überlebende aus Österreich leben in Israel. Kurz zeichnet sich seit vielen Jahren durch israelfreundliche Politik aus; und es ist mehr als die übliche Politikerphrase, wenn der Kanzler sich wiederholt auf die "christlich-jüdischen Wurzeln" der österreichischen Kultur beruft.

Bei einem Besuch von österreichischen Holocaust-Überlebenden erklärte die Leiterin des Zentralkomitees der Juden aus Österreich in Israel, Kika Goren, dass sie sich wundere, dass es in Österreich immer noch Antisemitismus gebe. Und auch im wirtschaftlichen Bereich seien die Beziehungen zwischen Israel und Österreich "sehr stark". Die erste Station der gemeinsamen Reise war Yad Vashem. Kurz werde in Begleitung des Yad Vashem-Vorsitzenden Avner Shalev an einer Gedenkfeier teilnehmen, teilte die Holocaust-Gedenkstätte mit. Bei einem Besuch in der Einrichtung in Jerusalem unterzeichnete Kurz heute eine Vereinbarung, die den Zugang zu österreichischen Archiven für Holocaust-Forschung erleichtern soll.

Im Anschluss an Yad Vashem besichtigte Kurz das Herzl-Museum zu Ehren des Begründers des politischen Zionismus, Theodor Herzl (1860-1904). Am Grab des ehemaligen Präsidenten Shimon Peres wird ein Kranz niedergelegt. Auch die Besichtigung der Max Rayne Hand-in-Hand School der Jerusalem Foundation stand auf dem Programm.

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