Kultusministerkonferenz entscheidet: Wartezeitquote für Medizinstudium wird abgeschafft

Einstellen Kommentar Drucken

Das beschlossen die Kultusminister am heutigen Freitag. Die bislang geltende Wartezeitquote soll abgeschafft werden.

Nach einem festen Schlüssel gehen 20 Prozent der Studienplätze in der Humanmedizin an die Bewerber mit den besten Abiturnoten, worauf nur Einserabiturienten bauen können. Mindestens 20 Prozent der Studienplätze sollen an die Abiturbesten vergeben werden, heißt es in einer Mitteilung der KMK vom Freitag. Die übrigen 60 Prozent der Plätze können die Hochschulen in einem eigenen Auswahlverfahren verteilen. Die Abiturnote ist auch dabei maßgeblich.

Neben den Abiturnoten sollen nach dem Willen der Länder künftig noch zwei weitere "eignungsbasierte" Kriterien bei der Vergabe von Medizin-Studienplätzen eine Rolle spielen.

Das Bundesverfassungsgericht hatte im Dezember die derzeitigen Regelungen in seinem Numerus-Clausus-Urteil zum Teil als verfassungswidrig eingestuft. Nach Angaben von Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank sollen mit einer sogenannten Talentquote Faktoren wie die besondere Eignung berücksichtigt werden. Ob die Wartezeit in anderen Quoten berücksichtigt werden kann, soll demnach geprüft werden. Die Karlsruher Richter störten sich dabei nicht grundsätzlich an der hohen Bedeutung der Abiturnote. Zudem gaben sie vor, dass der Gesetzgeber für das Auswahlverfahren der Hochschulen neben der Abiturnote weitere Auswahlkriterien vorschreiben muss.

Das Bundesverfassungsgericht forderte auch, dass die Abiturnoten in den Ländern annähernd vergleichbar sein müssten.

Das Zulassungsverfahren soll bis Ende 2019 in einem neuen Staatsvertrag geregelt werden. Im Wintersemester 2017/2018 bewarben sich mehr als 43.000 Menschen auf knapp 9200 Plätze.

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 15. Juni 2018 um 16:00 Uhr.

Comments