Trump wirft deutschen Behörden Unterschlagung vor

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US-Präsident Donald Trump hat deutschen Behörden indirekt vorgeworfen, einen Anstieg der Kriminalitätsrate im Zusammenhang mit der Zuwanderung von Migranten und Flüchtlingen zu verschweigen. Trump wiederholte am Dienstag seine Behauptung, dass die Kriminalität in Deutschland infolge der Zuwanderung deutlich zugenommen habe. Trump hatte nicht nur behauptet, dass die Kriminalität in Deutschland "stark angestiegen" sei, sondern auch, dass sich die Deutschen "gegen ihre Führung wenden". Nach Angaben der im Mai von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) vorlegten polizeilichen Kriminalstatistik sank die Kriminalität in Deutschland im vergangenen Jahr auf den niedrigsten Wert seit 25 Jahren.

Die Deutschen würden sich deswegen von einer bereits schwachen Koalition in Berlin abwenden, schrieb er auf Twitter.

Und das, obwohl das BKA und auch einzelne Polizeistellen seit langem detaillierte Kriminalitätsstatistiken veröffentlichen, die auch die Straftaten von Zuwanderern und Flüchtlingen erfassen.

► "Kriminalität ist in Deutschland um 10 Prozent gestiegen (die Behörden wollen nicht über diese Verbrechen berichten), seit es Migranten aufnimmt".

Trump gab in seinem brisanten Tweet nicht an, auf welcher Grundlage seine Äußerung fußt. Es sei ein Fehler gewesen, Millionen von Menschen aufzunehmen. Die kürzlich vorgelegte polizeiliche Kriminalstatistik weise "leicht positive Entwicklungen" auf, sagte die CDU-Politikerin bei einem Treffen mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron in Merseberg. Er betonte: "In anderen Ländern ist es noch schlimmer". Rechnet man die rein ausländerrechtlichen Verstöße heraus, ergibt sich demnach ein Minus von 5,1 Prozent. Schon während seines Wahlkampfs hatte Trump die Einwanderungspolitik der Bundeskanzlerin als warnendes Beispiel angeprangert. Auf Hinweise, dass diese Behauptung falsch ist, reagiert er mit einem noch heftigeren Vorwurf in Richtung Merkel. Der Anteil tatverdächtiger Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit hat sich im Vergleich zu 2016 von 40,4 auf 34,8 Prozent reduziert.

Der Tweet hatte in den USA und in Deutschland Empörung ausgelöst. Zurzeit tobt ein Streit darüber, ob US-Grenzschützer illegal eingereiste Migranten von ihren Kindern trennen dürfen - so wie es derzeit tausendfach geschieht. Die Kritik an dieser rigorosen Praxis ist in den vergangenen Tagen auch aus den Reihen von Trumps Republikanischer Partei massiv angeschwollen.

Trump selbst weist den oppositionellen Demokraten die Schuld für die von ihm selbst und seinem Justizminister Jeff Sessions eingeführte Praxis zu. Die Eltern wurden als illegale Einwanderer inhaftiert, ihre Kinder kamen in Aufnahmelager oder zu Pflegefamilien. Am Freitag war bekannt geworden, dass die US-Behörden fast 2000 Kinder von ihren Eltern getrennt haben.

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