Trump-Regierung trennt 2300 Kinder von Familien

Einstellen Kommentar Drucken

Die Trennung von illegal eingewanderten Menschen aus Süd- und Mittelamerika und deren Kindern hat zu einem Aufschrei geführt, der weit über die USA hinaus zu vernehmen ist. Sie warnte aber zugleich, dass jeder, der die Grenze illegal übertrete, mit Strafverfolgung rechnen müsse. "Was sich geändert hat ist, dass wir nicht länger ganze Gruppen von Menschen davon ausnehmen, die gegen das Gesetz verstoßen". "Wir werden uns nicht für unsere Arbeit entschuldigen", sagte die Ministerin. "Wir haben geschworen, diesen Job zu machen". Später fügte sie hinzu, das Ministerium habe einen scharfen Anstieg von 315 Prozent an Fällen erlebt, in denen Kinder fälschlicherweise benutzt worden seien, sich als Familie auszugeben.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump gesagt, er werde nicht zulassen, dass die USA zu einem "Einwandererlager" und einer "Aufnahmestelle für Flüchtlinge" würden.

Auch der republikanische Gouverneur von Maryland, Larry Hogan, erklärte, er werde keine Nationalgardisten mehr an der Grenze stationieren, bis die "Politik der Trennung von Kindern und ihren Eltern" aufhöre. In seinem Land dürfe nicht das Gleiche geschehen wie in Europa. Wie aus einer vom Sender CBS am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Umfrage hervorgeht, halten es 67 Prozent der Befragten für "inakzeptabel", Kinder von ihren Eltern zu trennen. "Mami! Ich will mit Papa mitgehen", ist ein kleines Mädchen zu hören, das so heftig weint, dass es kaum Luft holen kann. Wenn eine Grenzmauer gebaut werde, müsse die Regierung keine "schrecklichen Entscheidungen" mehr treffen.

Unterdessen veröffentlichte das Enthüllungsportal ProPublica eine Tonaufnahme, auf der von ihren Eltern getrennte, schluchzende Kinder von Einwanderern zu hören sind. Ein anderes, laut Pro Publica sechs Jahre altes Mädchen bittet die Beamten inständig, ihre Tante anzurufen und erklärt stolz, deren Telefonnummer zu wissen. Der Großteil der Kinder stamme aus den mittelamerikanischen Staaten Guatemala, Honduras und El Salvador. Auf der Aufnahme ist zu einem Zeitpunkt ein US-Grenzbeamter zu hören, der vor dem Hintergrund lauten Kinderschluchzens auf Spanisch sagt: "Also, wir haben hier ein regelrechtes Orchester. Fehlt nur noch der Dirigent". Selbst Melania Trump "hasst es zu sehen, wie Kinder von ihrer Familie getrennt werden", ließ sie über ihre Sprecherin ausrichten. Kurz zuvor hatte er im Kurzbotschaftendienst Twitter erneut besonders die Einwanderungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) angeprangert.

Die Aufnahme - wie auch Fotos aufgelöster Kinder in eingezäunten Auffanglagern, die als "Käfige" beschrieben werden - hat Trump-Kritiker weiter gegen den US-Präsidenten aufgebracht. Zwischen dem 5. Mai und dem 9. Juni seien 2.342 Kinder von ihren Eltern getrennt worden, teilte das US-Heimatschutzministerium am Montag mit.

Die UNO hatte die Familientrennungen am Montag scharf kritisiert, die Menschenrechtsorganisation Amnesty International sprach von "Folter".

Die US-Regierung hat ihre Null-Toleranz-Politik gegenüber Einwanderern aus südamerikanischen Ländern gerechtfertigt.

US-Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen wies Vorwürfe über eine schlechte Behandlung der Kinder am Montag zurück.

Neben den Demokraten ist die umstrittene Praxis auch in Trumps eigener Republikanischer Partei umstritten. Die Kinder würden "gut behandelt", sagte sie in Washington. Nun will die Politik offenbar auf die heftige Kritik an der Praxis reagieren - indem sie gemeinsame Inhaftierungen erlaubt. Vier ehemalige First Ladys haben sich gegen die Praxis der Familientrennungen ausgesprochen, Laura Bush nannte sie "grausam" und "unmoralisch".

Comments