Bericht: Neuer Chef für Berlinale gefunden

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Der gebürtige Italiener Chatrian soll den langjährigen Berlinale-Direktor Dieter Kosslick (70) ablösen, dessen Vertrag im Mai 2019 endet.

Diverse Berliner Zeitungen, darunter die "Bild" und die "B.Z.", melden, dass Carlo Chatrian die Berlinale übernehmen soll. Chatrian ist seit 2012 künstlerischer Leiter des Filmfestes von Locarno. Die Personalie wird offiziell erst Freitagmittag bekannt gegeben, wenn der Aufsichtsrat der Kulturveranstaltungen des Bundes in Berlin (KBB) tagt, der für die Neubesetzung zuständig ist. Gut möglich aber auch, dass Festivalpräsident Marco Solari auf eine Person aus Italien setzt, wie er es zuvor mit Irene Bignardi und eben Carlo Chatrian getan hat.

Der Sprecher von Kulturstaatsministerin Monika Grütters wollte die Berichte am Dienstagabend nicht kommentieren. In Deutschland wird spekuliert, dass ihm die Findungskommission eine kaufmännische Leiterin zur Seite stellen wird - dass es eine Frau ist, gilt als wahrscheinlich. Sie sind neben Cannes und Venedig eines der großen A-Festivals, sie sind das größte Publikumsfestival der Welt, sie stehen unter genauer, nicht nur wohlwollender Beobachtung durch die Filmbranche, der Feuilletons und von Cineasten. Der ehemalige Filmkritiker wurde in Turin geboren und lebt mit seiner Familie noch immer im Aostatal.

Er hat Bücher und Essays über Kinogrößen wie Errol Morris und Wong Kar-Wai geschrieben und war Lehrbeauftragter.

Carlo Chatrian wäre für die Berlinale eine interessante Wahl, galt er doch unter potentiellen Kandidaten eher als Außenseiter, unter Anderem, weil er kein Deutsch spricht, wie er selbst noch im vergangenen Sommer in einem Interview mit der Zeit betonte. Er habe von Anfang an gesagt, dass das Festival keine grosse Veränderung brauche.

Laut "Bild"-Zeitung wurde ein Nachfolger für Dieter Kosslick gefunden".

Für Locarno sah er es nicht als seine Pflicht, im Wettbewerb die Art von Filmen zu zeigen, die das Publikum bereits kenne. Um die 1000 Filme sichtet er pro Jahr, und wenn er nicht gerade für das Festival unterwegs ist, scheint sein Glamourbedürfnis eher gering zu sein. Immer wieder war die Rede von einer Doppelspitze, die sich kuratorische und verwaltungstechnische Aufgaben teilen sollte.

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