US-Demokraten: Alexandria Ocasio-Cortez - das Gesicht einer neuen Generation

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Ocasio-Cortez ist derzeit noch dabei, den Kredit für ihre Studiengebühren zurückzuzahlen, arbeitete nach dem Krebstod ihres Vaters in einer Bar, um Geld dazuzuverdienen und ihre Mutter zu unterstützen.

Ihrem Gegenkandidaten warf sie vor, dass er weder im Wahlbezirk wohnt noch seine Kinder dort zur Schule schickt.

Und viele Bürger sprechen sie auf der Straße an.

Unter so einem Einsatz versteht Ocasio-Cortez die Forderung nach einer Einheitskrankenkasse, einem gebührenfreien Studium und einem höheren Mindestlohn. Bei ihrer ersten politischen Kandidatur hat sie bei den Demokraten einen verblüffenden Sieg davongetragen und den langjährigen Amtsinhaber Joseph Crowley in den Kongressvorwahlen deutlich geschlagen. Damit steht sie für den Kampf der radikalen Parteibasis gegen das Establishment.

Trump selbst bewertete die Niederlage Crowleys als Beleg dafür, dass sich die Demokraten "in Turbulenzen" befänden.

Die 28 Jahre alte Sozialistin stach mit rund 58 Prozent der Stimmen den 56-jährigen Joe Crowley aus - einen gestandenen Politiker, der bereits seit gut zwei Jahrzehnten im Abgeordnetenhaus sitzt. Dass sie erfolgreich sein wird, ist eigentlich sicher, der Wahlkreis ist fest in demokratischer Hand.

Sieht so das Schreckgespenst der Demokratischen Partei aus? Die wird immer bunter und immer weiblicher. Dass sie nun gewonnen habe, sei ein Zeichen dafür, dass unter Präsident Donald Trump der linke Flügel der Demokraten Aufwind erhalte, schätzt beispielsweise das US-Nachrichtenportal Axios.

Die junge Frau stammt aus einfachen Verhältnissen in der Bronx. 2016 arbeitete sie für das Wahlkampfteam des Clinton-Konkurrenten Bernie Sanders. Die umstrittene Abschiebebehörde ICE will sie abschaffen. Sie will eine Krankenversicherung für alle und eine staatliche Jobgarantie für jeden Amerikaner.

Im Wahlkampf hatte der frühere Investmentbanker und Ex-Gouverneur des Bundesstaats Massachusetts Trump als "Hochstapler" und "Betrüger" kritisiert. Das sind Positionen, die bei Teilen der linken Basis gut ankommen, die aber auf nationaler Ebene kaum mehrheitsfähig sind. "Frauen wie ich sollen kein politisches Amt anstreben", heißt es in einem ihrer Videos. Die "New York Times" bezeichnete aber schon den Sieg von Ocasio-Cortez in den Vorwahlen als "politische Revolution - oder etwas in der Art". So sieht das auch Alexandria Ocasio-Cortez. Sie studierte Volkswirtschaft und internationale Beziehungen an der Boston University, jobbte aber bis vor kurzem in einem Restaurant, um ihre Mutter zu unterstützen.

Dazu kommt: Ocasio-Cortez hatte für ihre Kampagne etwa 600.000 Dollar (516.000 Euro) von kleinen Spendern gesammelt, Crowley etwa das Zehnfache.

Sie inszenierte sich als bürgernah und im Wahlkreis tief verwurzelt und als Gegenentwurf zum Parteiestablishment in Washington.

Für ihre eigenen Ideen kämpfte Ocasio-Cortez im Wahlkampf energisch und aggressiv. Die Demokraten hoffen, zumindest die Mehrheit im Repräsentantenhaus erobern zu können.

Dort besiegte die 28-jährige Außenseiterin Alexandria Ocasio-Cortez den vorher als Nachfolger der demokratischen Repräsentantenhausfraktionschefin Nancy Pelosi gehandelten Establishment-Kandidaten Joe Crowley, die Nummer vier in der Fraktion. Und er weckt Erinnerungen an die Niederlage von Eric Cantor im Jahr 2014.

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